Velo Wave

Das smarte Fahrradprojekt Velo Wave baut auf dem Erfahrungsschatz des Projekts Leezenflow auf. Leezenflow ermöglicht es Radfahrenden, ihre Geschwindigkeit so anzupassen, dass sie die nächste Ampel bei Grün erreichen. Velo Wave dagegen erfasst die Radfahrenden bereits vor der nächsten Ampel. Wenn möglich, schaltet die Ampel dann passend Grün. So können Radfahrende bei Grün weiterfahren, ohne ihre Geschwindigkeit anzupassen. 

Damit das Rad als stadt- und umweltverträgliches Verkehrsmittel für mehr Menschen eine sinnvolle Alternative zum PKW wird, ist es notwendig, eine komfortable, schnelle und sichere Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Gegenwärtig sind Radfahrende besonders durch Unterbrechungen an Ampeln beeinträchtigt. Sie sind im Vergleich zum PKW der Witterung ausgesetzt und kommen anschließend schwerer wieder „in Tritt“. Velo Wave hat zum Ziel, den Radfahrkomfort durch eine Verringerung von Reisezeiten zu erhöhen. Außerdem laufen die Erkenntnisse aus Velo Wave in weitere Entwicklungen zum Beispiel zur Vorrangschaltung von Blaulicht- und Busverkehr ein. 

Die modellhafte, auf den Radverkehr reagierende Ampelsteuerung leistet so einen wichtigen Beitrag zum intelligenten Verkehrsmanagment und zur Verkehrsverlagerung. Daraus ergeben sich Chancen für die nachhaltige Stadtentwicklung (autoarme Quartiere, Flächenumverteilung etc.). Zudem soll diese Steuerung die Verkehrssicherheit erhöhen, indem sie Rotlichtverstöße aufgrund langer Wartezeiten reduziert. Besonders im Fokus für Velo Wave stehen die Velorouten, die als durchgehende, hochwertige Alltagsrouten den Radverkehr auf typischen Stadt-Umland-Strecken bündeln sollen. 

Aktueller Stand des Projektes 

Aktuell befindet sich das Projekt kurz vor den Vergabeverfahren. In den letzten Monaten wurde intensiv geplant:  

Standortwahl

Zunächst wurde sich für einen Standort entschieden. Velo Wave wird auf der Veloroute 5 (Hüfferstraße / Roxeler Straße) installiert. Es wurdedie verschiedenen Bedingungen entlang der Route herausgearbeitet. 

Abb. 1 Die Abbildung zeigt die Standorte von Velo Wave auf der Veloroute 5. Am Ring und Stadtgraben wird es zunächst keine Fahrradbevorrechtigung geben. Hier können sich Radfahrende voraussichtlich an Leezenflows orientieren, wann sie bei Grün die Straße queren können (Grünphasenassistenz). 

Konzeptionsphase

Was soll Velo Wave ermöglichen und wie könnte das umgesetzt werden?

Velo Wave hat 4 Phasen:  

  1. Erkennung der Radfahrenden inkl. Geschwindigkeit & voraussichtlicher Ankunft an der Ampel 
  2. Neuberechnung der Ampelphasen, um Radverkehr möglichst grün geben zu können
  3. Visuelle Geschwindigkeits-Empfehlung für Radfahrende 
  4. Feedback an der Ampel (z.B. wenn doch ein vollbesetzter Bus an der Kreuzung Priorität bekommen hat) 

Abb. 2 Die Abbildung zeigt den geplanten Aufbau des Velo-Wave-Systems. Im weiteren Projektverlauf kann es noch zu Änderungen kommen. 

Vorüberlegungen 

Sensorik erkennt Radfahrenden, sendet relevante Informationen weiter und berechnet auf der Basis die Grünphase neu. So schaffen es mehr Radfahrende über die Ampel. 

Abb. 3 Die Abbildung zeigt die sich verschiebende Grünphase durch die Neuberechnung mit Velo Wave. Durch die Anpassung der Grünphase kann ein weiteres Fahrrad ohne Halt die Kreuzung passieren.  

Wie geht es weiter?

In den nächsten Wochen werden die einzelnen Projektabschnitte an Unternehmen vergeben. Danach geht es in die Umsetzungsphase. Weitere Informationen und Meilensteine werden hier fortlaufend kommuniziert. 

Gefördert durch…

Velo Wave wird als sogenanntes Smart City-Fokusprojekt im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert. Es basiert auf dem Starterprojekt Leezenflow. Beide Projekte werden in der Smart City Strategie 1.0 für Münster definiert.

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