Fahrradampel für Münster

Der Leezenflow kehrt zurück

Mit dem Leezenflow-System wird der Radverkehr in Münster sichtbarer, komfortabler und flüssiger. Die innovative Anzeige an Laternenmasten vor Ampeln signalisiert in einigem Abstand vor der nächsten Kreuzung, wann die Ampel umschaltet. Das System berücksichtigt hierfür die Durchschnittsgeschwindigkeit des Radverkehrs an den jeweiligen Standorten aus Daten, die im Rahmen der Fahrradprojekte „Dein AppGrade“ und „Stadtradeln“ gesammelt wurden.

Entspanntes Radfahren im Flow ist ein weiterer Schritt hin zu einer lebenswerten und klimafreundlichen Smart City Münster.

Aktueller Stand des Projekts

Neue und optimierte Geräte hat die Stadt Münster an der Promenade Höhe Hörstertor und am Bohlweg aufgebaut. Damit kehrt das Leezenflow-System vorerst an zwei Standorte zurück.
 

Standort Durchschnittsgeschwindigkeit, die für Leezenflow genutzt wird Entfernung Leezenflow – Fahrradampel
Hörstertor 17 km/h 110m
Bohlweg / Gartenstraße 19 km/h 195m
Tabelle: Welche Geschwindigkeit wurde für Leezenflow am jeweiligen Standort genutzt und wie weit ist die Entfernung zur Ampel.

Verlauf des Projektes

In den letzten Monaten war lediglich noch der Prototyp am Hörstertor aktiv und lieferte weiterhin wichtige Erkenntnisse aus dem Realbetrieb. Die weiteren installierten Geräte waren außer Betrieb. Hintergrund dafür waren mehrere technische und strukturelle Herausforderungen:

  • Projektpartner ausgestiegen: Der ursprüngliche Entwicklungspartner hat sich aus dem Projekt zurückgezogen, da er sich auf andere Geschäftsbereiche konzentriert. Ein verlässlicher Weiterbetrieb der Leezenflow-Geräte ist ohne den Dienstleister leider nicht möglich. Auch eine direkte Weiterentwicklung auf Basis des ersten Modells ist erschwert.

  • Materialien im Realbetrieb nicht ausreichend langlebig: Die Gehäuse der ersten Generation wurden im 3D-Druckverfahren hergestellt, um einen schnellen Projektstart zu ermöglichen. Die Anzeigen sind Wind und Wetter an den Standorten ausgesetzt. Im Dauerbetrieb haben sich – schneller als ursprünglich angenommmen – Schwächen gezeigt, die die Funktion beeinträchtigen.

  • Datenerhebung und Analyse laufen: Parallel wurden Daten erhoben und in einer unabhängigen Begleituntersuchung ausgewertet. Die Erkenntnisse fließen in die nächste Generation der Geräte ein.

Wer mehr zur Entstehungsgeschichte und Funktionsweise des Leezenflow Protoypen erfahren möchte, kann alle Infos im Blogbeitrag nachlesen.

Wie wurden die Geräte weiterentwickelt?

Während das Projekt in Münster also erstmal pausierte, wurde das System in anderen Städten in Betrieb genommen und weiterentwickelt. So hat ein neues Betreiber-Unternehmen ein wetterfestes Metall-Gehäuse entwickelt. Über die überregionale Vernetzung mit anderen Kommunen kehren nun optimierte Geräte in die Heimatstadt des Leezenflow zurück.

  • Test eines verbesserten Modells: In Kooperation mit der Stadt Berlin, die ein weiterentwickeltes Modell unter realen Bedingungen testet, soll nun auch in Münster ein weiterentwickeltes Exemplar erprobt werden. Ziel ist es, Erfahrungen mit robusterer Technik in einem Metallgehäuse zu sammeln und diese perspektivisch in eine neue Geräteserie einfließen zu lassen.

  • Überregionale Vernetzung: Die ursprüngliche Leezenflow-Idee wurde 2019 im Rahmen des MÜNSTERHACKs entwickelt und als Open-Source-Lösung veröffentlicht. Dies hat zu bundesweitem Interesse geführt: Städte wie Solingen und Berlin haben das Konzept aufgegriffen, weiterentwickelt und eigene Systeme in Betrieb genommen. Auch in Hamburg ist das Interesse am Leezenflow weiter aktiv. Der offene Austausch mit diesen Kommunen ist ein zentraler Bestandteil der weiteren Projektentwicklung.

Zukunftsperspektive

Die Wieder-Inbetriebnahme und Weiterentwicklung des Leezenflow-Systems fließt in weitere Projekte zur Entwicklung des Fahrradverkehrs in Münster ein – bspw. eingebettet in das Projekt Velo Wave, in dem die bedarfsgerechte Ampelschaltung für den Radverkehr erprobt wird. In diesem Zusammenhang soll in Zusammenarbeit mit einem neuen Projektpartner auch ein neuer technischer Ansatz getestet werden.

Die Stadt Münster bleibt im engen Austausch mit anderen Städten, Forschungsinstituten und weiteren Partnern – denn nachhaltige Mobilität lebt vom gemeinsamen Lernen und Weiterentwickeln.

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