Starkregengefahrenkarten

Gemeinsam stark gegen Starkregen – Starkregengefahr in Münster

2014 traf die Stadt Münster der bis dahin stärkste in Deutschland je gemessene Niederschlag. Er kam plötzlich und unerwartet. Seine fatalen Folgen sind vermutlich allen Münsteraner:innen noch im Gedächtnis geblieben. Sogenannte „Starkregen“ nehmen an Häufigkeit zu. Sie treten heftig und ohne Vorwarnzeit auf. Doch es gibt Wege, sich vor den Folgen zu schützen. Wie man sich schützen kann und welchen Beitrag die Stadt Münster zum Schutz leistet, erfahren Sie auf unseren Projektseiten von Smart City und dem Amt für Mobilität und Tiefbau sowie im Starkregenfaltblatt. Wichtig ist, dass zusätzlich zu den städtischen Maßnahmen Jede:r einen eigenen Beitrag leistet, denn nur gemeinsam sind wir stark gegen Starkregen.

Ein mögliches Risiko erkennen und rechtzeitig Schutzmaßnahmen treffen

Die Stadt Münster hat für das gesamte Stadtgebiet Starkregengefahrenkarten aufgestellt. Dabei wurden mittels einer computergestützten 2D-Modellierung die oberflächigen Überflutungsvorgänge bei definierten Starkregenszenarien simuliert und dargestellt.

Überflutete Kreuzung in Münster beim Starkregen 2014 und der entsprechende Auszug aus der Gefahrenkarte.

Das Ergebnis der Simulation sind sogenannte Starkregengefahrenkarten, die die Überflutungsausdehnung, die Wasserspiegellagen und die Überflutungstiefen bei bestimmten Regenszenarien visualisieren. Dabei wird der maximale Wasserstand angezeigt, der über die Simulationsdauer an der jeweiligen Stelle erreicht wurde. So lassen sich sehr gut die Schwachstellen auf Grundstücken erkennen, auf denen es zu einer Überflutungssituation kommen kann. Mithilfe der Legende kann jede:r Eigentümer:in den Gefahrengrad des eigenen Grundstücks bewerten. Das digitale Kartenmaterial sowie die umfangreichen Informationen zum Thema Starkregen sind auf der städtischen Internetseite zu finden.

Digitale Gefahrenkarte für das Stadtgebiet von Münster

Diese drei Regenszenarien sind für die Simulation durchgeführt worden

Szenario 1: Ein seltenes Regenereignis von einer Stunde Dauer, das statistisch gesehen alle 30 Jahre auftritt und die Bemessungsgrundlagen des öffentlichen Kanalnetzes deutlich überschreitet.

Szenario 2: Ein außergewöhnliches Regenereignis von einer Stunde Dauer, das statistisch gesehen alle 100 Jahre auftritt und zu einem außergewöhnlichen Oberflächenabflussereignis führt.

Szenarie 3: Ein extremes Regenereignis mit einer Regenmenge von 90mm in einer Stunde, das zu einem extremen Oberflächenabflussereignis führt.

Gemeinsam stark gegen Starkregen

Ab April 2023 schreibt die Stadt Münster 48.124 Eigentümerinnen und Eigentümer an, um sie über das Thema Starkregengefahrenkarten und Starkregenschutz zu informieren (News vom 26. April 2023).

Der Brief enthält zusätzlich zu einem persönlichen Anschreiben mit Informationen zu den Starkregengefahrenkarten auch ein Faltblatt mit ersten Tipps für erste Vorsorge- bzw. Schutzmaßnahmen sowie das Angebot, eine kostenfreie, persönliche Einstiegsberatung zum Thema zu buchen. Diejenigen, deren Grundstück im Fall eines Starkregenereignisses besonders stark betroffen sein könnten, bekommen zudem einen Kartenausschnitt aus den Gefahrenkarten von ihrem Grundstück mitgeschickt.

„Ich freue mich, dass mit dem Projekt „Starkregengefahrenkarten für Münster – gemeinsam stark gegen Starkregen“ ein wesentlicher Schritt zum Umgang mit dem Wetterextrem Starkregen angestoßen wurde. Allerdings sollten wir daran denken, dass es keinen absoluten Überflutungsschutz geben kann“, unterstreicht Oberbürgermeister Markus Lewe

Persönliches Beratungsangebot

Die Starkregengefahrenkarten dienen aber lediglich als erste Orientierung, da Details wie etwa Grundstücksmauern oder Aufkantungen, die den Abfluss verändern können, nicht im stadtweiten Geländemodell abgebildet werden. Das Überflutungsergebnis muss auch durch Ortsbegehungen kontrolliert werden. Sind in den dargestellten Überflutungsflächen Eintrittsöffnungen zum Gebäude, wie etwa Kellerabgänge oder Lichtschachtöffnungen vorhanden, empfiehlt es sich, an diesen Stellen Objektschutzmaßnahmen vorzusehen. Im Rahmen eines besonderen Beratungsangebotes können die Eigentümer:innen sich zudem zu Schutzmaßnahmen an ihrem Objekt auf Basis der Gefahrenkarte informieren.

Was macht die Stadt Münster?

Für einen gezielten Überflutungsschutz verwendet die Stadt selbst die Starkregengefahrenkarten als Grundlage bei allen städtebaulichen Planungen. Darüber hinaus erfolgt auf Basis der Karten eine stadtweite Risikoanalyse. So plant die Stadtverwaltung beispielsweise für festgestellte Überflutungsschwerpunkte in Verbindung mit kritischen Infrastrukturen wie Krankenhäusern, Schulen, Rettungsdiensten oder der Energieversorgung Sanierungskonzepte zum verbesserten Schutz zu erarbeiten. Wasserwirtschaftlich relevante Veränderungen im Stadtgebiet wie Neuerschließungen von Wohngebieten, Nachverdichtungen, die Umnutzung von Flächen oder Gewässerrenaturierungen arbeitet die Stadt in das Modell ein und optimiert, erweitert und aktualisiert das Kartenwerk so zukünftig laufend.

Weitere Informationen

Gemeinschaftsprojekt von …

„Starkregengefahrenkarten für Münster – Gemeinsam stark gegen Starkregen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Bereiche der Stadtverwaltung. Beteiligt sind das Amt für Mobilität und Tiefbau (Projektkoordination), das Vermessungs- und Katasteramt, die Stabsstelle Smart City Münster und die Stabsstelle Klima.

Wussten Sie schon …?

Eine gute Zusammenfassung zum Thema “Rückstausicherung und Überflutungsschutz” gibt Ihnen folgendes Video, das Ihnen vom Tiefbauamt der Stadt Münster zur Verfügung gestellt wird. Fördermittel stehen im Bereich der energetischen Sanierung seitens des Bundes und der Stadt Münster zur Verfügung. Falls eine notwendige Sanierung energetische Vorteile mit sich bringt, ist die Förderfähigkeit zu prüfen. Wenn Ihrerseits Interesse an einer energetischen Sanierung besteht, bietet Ihnen die Stadt Münster hier die Buchung einer kostenfreien, telefonischen Einstiegsenergieberatung an. Unter anderem ist die Förderung von Gründächern möglich. Weitere Fördermöglichkeiten finden Sie auch im Zusammenhang mit Thermografiebefliegung Münster.

Aaseemonitoring

Der Aasee ist Münsters zentralstes Naherholungsgebiet. Der 2.300 m lange See ist nur 15 Fußminuten vom berühmten Prinzipalmarkt entfernt und für Bewohner:innen und Touristen eine blau-grüne Oase im Stadtbild von Münster. Im Hitzesommer 2018 sank der Sauerstoffgehalt des Aasees soweit, dass es zu einem großen Fischsterben kam. Der Rückgang des Sauerstoffgehalts blieb damals lange unentdeckt.

Über Sensoren in Messtonnen bzw. Bojen im Aasee, wird nun seit dem Sommer 2020 die Wasserqualität des innerstädtischen Gewässers fortlaufend gemessen. Die gewonnenen Daten werden über das LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Münster in Echtzeit an die zuständigen Ämter übermittelt. Auf diese Weise können Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität frühzeitig ergriffen werden. Dieses Projekt entstand als Projektidee im Münsterhack 2018, wurde von der Stadtverwaltung aufgegriffen und in Kooperation mit den Stadtwerken Münster umgesetzt. Zudem werden die digitalen Messdaten mit regelmäßigen analogen Gewässerproben abgeglichen. Den nächsten heißen Sommern blickt Münster damit etwas entspannter entgegen. Hier geht es zur Pressemeldung der Stadt Münster

Blick in die wasserdichte Kiste: Sensoren messen die Wasserqualität am Aasee in Münster (Foto: Stadt Münster)

Reallabor Aasee

Der Einsatz von „LoRaWAN“ im Rahmen des Aaseemonitoring bietet für die Stadt Münster die Chance, die Technik in einer echten Anwendung zu testen und dann auch für andere Bereiche vorzusehen, so dass der Aasee in diesem Zusammenhang als Reallabor zu sehen ist. Insbesondere vor dem Hintergrund einer „Smart City“, der Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter, bieten sich in der Stadtentwässerung zahlreiche Möglichkeiten, digitale Lösungen einzusetzen. Neben der Überwachung der Qualität des Aasees gibt es auch im Bereich Starkregen- und Hochwassermanagement oder der Bewirtschaftung von Kanalnetzen und Bauwerken weitere Anwendungsfelder. Mithilfe von digitalen Maßnahmen die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern, ist ein Grundprinzip der Smart City.

Gemeinschaftsprojekt

Beim Aaseemonitoring handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Münster mit der Stabsstelle Smart City, dem Amt für Mobiltät und Tiefbau (Abteilung Planung und Wasserwirtschaft), dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, den Stadtwerken Münster und der items GmbH Münster.

Aktuelle Informationen zum Projekt

Eine Zusammenfassung des Projektes finden Sie im Smart City Navigator des Bundesministerums für Wirtschaft und Klimaschutz: https://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Smart-City-Navigator/Projekte/aaseemonitoring-intelligente-sensoren-messen-wasserqualitat.html

Ebenfalls hat unser Projektpartner items GmbH einen detailierten Bericht zum Projekt Aaseemonitoring im Dezember 2021 veröffentlicht unter dem  Titel „Wie geht es dem Aasee? – Praxisprojekt Hack(a)Tonne: Ein Rückblick und Erfahrungsbericht„.

Wussten Sie schon?

Der Einsatz von LoRaWAN eignet sich durch die energiesparsame Datenübermittlung über Entfernungen von mehreren Kilometern. Es werden Sonden der Firma UIT GmbH mit einer Update-Rate von 15 Minuten eingesetzt. Folgende Parameter werden dabei ermittelt: Wassertemperatur, gelöster Sauerstoff, pH, Cholophyll, Cyanobakterien, SAK254, COD, BOD, TOC und Trübung.

Smart City Reallabor

Parkplatz Nieberdingstraße wird Probierfeld für Smart-City-Technik: Stadt und Stadtwerke bauen Reallabor auf

„Smart City Reallabor Nieberding“ heißt es ab sofort an der Kanalbrücke Albersloher Weg. Stadt Münster und Stadtwerke Münster testen am dortigen P+R-Parkplatz verschiedene Sensoren, Anzeigen und Technologien, die später in Quartieren und Mobilstationen zum Einsatz kommen könnten, um Fahrgästen den Umstieg auf den klimafreundlichen Nahverkehr zu erleichtern und Quartiersbewohner:innen das Leben bequemer zu machen. Den Auftrag, den Park&Ride-Platz zu einem Reallabor „Smarte Mobilstation“ zu entwickeln, hatte der Rat der Stadt Münster im März 2021 gegeben.

„Den Test machen wir ganz bewusst in aller Öffentlichkeit: Im Reallabor sollen innovative Smart City-Anwendungen unter realen Bedingungen erprobt werden. Der Testraum schafft Transparenz und liefert wesentliche Erkenntnisse auf dem weiteren Weg zur Smart City“, sagt Stadtbaurat Robin Denstorff. „Was überzeugt, übernehmen wir in den Standard für Stadt- und Mobilitätsplanung.“

Smart City Reallabor aktuell

In unserer Rubrik „Aktuelle Beiträge“ und auf Twitter berichten wir über den aktuellen Stand im Reallabor:

News vom 13.05.22 Smart City Reallabor am Albersloher Weg startet

Mobilstation und mehr

Erste Anwendung: Sensoren, die die Verfügbarkeit der Parkplätze erfassen

Als erste Smart-City-Anwendung installieren Stadt und Stadtwerke Sensoren, die erfassen, ob Parkplätze frei oder belegt sind. „Für eine moderne Mobilstation ist das ein Muss. Wer mit dem Auto von außerhalb kommt, kann sich so gleich zu einem freien Parkplatz außerhalb der Innenstadt navigieren lassen und dort auf den Bus umsteigen“, erklärt Frank Gäfgen den praktischen Nutzen des Systems. E-Ladesäulen gehören ebenfalls zum Umfang der Mobilstation. Erstmals soll auch eine vollständig barrierefreie Ladesäule installiert werden. Außerdem soll es dort weitere Stellplätze für Carsharing-Anbieter sowie eine Abstellfläche für Leihroller oder -räder geben. Fahrräder könnten dann unter einem großen Photovoltaikmodul abgestellt werden, das die Leezen vor Regen schützt und gleichzeitig Ökostrom erzeugt.

Welche Anwendungen sind noch geplant?

Im Smart-City-Reallabor sollen aber nicht nur Anwendungen für Mobilstationen getestet werden, sondern verschiedene Lösungen, die Münster bei der Entwicklung zur lebenswerten und resilienten Stadt der Zukunft unterstützen soll.

Dieser Sensor misst die Bodenfeuchte.

So können Sensoren die Bodenfeuchtigkeit überwachen und damit im Winter vor Glatteis warnen und im Sommer für ausrechende Bewässerung der Bäume sorgen. Auch die Müllbehälter können ihren Füllstand automatisch an die Abfallwirtschaftsbetriebe melden.

LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Münster

Für die Datenübertragung kommt das Stadtwerke-eigene LoRaWAN-Netz zum Einsatz. „Wir haben diese wichtige Infrastruktur für die Smart-City-Anwendungen in den letzten Jahren aufgebaut und decken damit fast das ganze Stadtgebiet ab. Vorteile sind der geringe Energieverbrauch und die große Reichweite, weil wir wie hier nur kleine Datenmengen übertragen müssen“, so Frank Gäfgen.

Vorbereitung für neue Quartiere

Auch eine neue Generation Straßenlaternen wird im Smart-City-Reallabor auf die Probe gestellt. „Sie sollen nicht nur Licht – natürlich aus energiesparenden LED – spenden, sondern können auch als WLAN-Hotspot dienen oder anzeigen, ob eine nahegelegene E-Ladestation frei ist“, so Robin Denstorff. „Zum Einsatz könnten diese zum Beispiel in den Quartieren York und Oxford in Gremmendorf und Gievenbeck kommen.“

Installiert werden die verschiedenen Anwendungen sukzessive über die kommenden Monate, die Überwachung und Auswertung erfolgt laufend durch ein gemeinsames Projektteam der Stadtwerke und der Smart-City-Stabsstelle der Stadt. Interessierte können die Daten des Reallabors künftig in Echtzeit über online abrufen.

Das Smart City Reallabor Nieberding ist ein Gemeinschaftsprojekt von

 

Wussten Sie schon?

„LoRaWAN“ wird besonders im Umweltbereich eingesetzt, weil nur sehr kleine Datenmengen übermittelt werden, so dass die Datenübermittlung sehr energiesparend ist. Die Reichweite der Übertragung kann mehrere Kilometer betragen.

Fahrradnetz 2.0 Münster

Ein zusammenhängendes Fahrradnetz mit Qualität

Münster ist ohne Frage eine Stadt, in der viele Wege mit dem Rad erledigt werden. Erklärtes Ziel ist es, noch mehr Menschen für dieses Verkehrsmittel zu begeistern und Radfahren sicher und komfortabel zu machen. Um die Infrastruktur hieran anzupassen, erarbeitet die Stadt Münster zurzeit ein lückenloses und systematisches Fahrradnetz 2.0, das Schritt für Schritt umgesetzt werden soll. Damit wird eine konzeptionelle Grundlage geschaffen, mit der die Radwege bedarfsgerecht und modern ausgebaut werden können.

Digitale Bürgerbeteiligung zum Netzentwurf

Nach der im Frühjahr 2021 erfolgreich durchgeführten partizipativen Tracking-Kampagne „Dein AppGrade für Münsters Fahrradwege“ wurde die Bürgerschaft auch bei der Diskussion um den Netzentwurf mit einbezogen. Vom 7. bis zum 20. März hatten alle interessierten Münsteraner:innen die Möglichkeit, den Netzentwurf kennenzulernen, ihn zu kommentieren sowie wichtige Hinweise und Anregungen mit einzubringen. Aufgrund der pandemischen Situation fand diese Beteiligung digital statt.

Dein AppGrade: Daten für die smarte Fahrradstadt 2.0

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Daten wurden 2021 mit der Aktion „Dein AppGrade für Münsters Fahrradwege“ erstmalig mithilfe der Münsteraner Fahrradfahrer:innen Daten von Alltagswegen für den Ausbau des Fahrradnetzes 2.0 Münster erhoben. Bei der Aktion sind das städtische Fahrradbüro mit Unterstützung der Stabsstelle Smart City neue, digitale Wege gegangen: Alle Bürger:innen waren vom 12. April bis zum 9. Mai 2021 eingeladen, die Fahrradnetz-Planung zu unterstützen, indem sie sich die App Naviki herunterladen und ihre Alltagswege aufzeichnen.

Heatmap bildet aufgezeichnete Wege ab

Wenn möglichst viele Menschen mitmachen, wird sichtbar, welche Wege die Bürger:innen in der Realität nutzen. Bei der Aktion geht es nicht darum, besser zu sein als jemand anderes. Jeder noch so kurze oder lange Weg zählt. Viele individuelle Wege ergeben am Ende ein aussagekräftiges Gesamtbild für die zukünftige Fahrradnetzplanung in Münster. Über 2000 Menschen beteiligten sich mit fast 23 000 Einzelwegen an der Kampagne. Insgesamt kamen so bei dem Tracking über 160 000 Kilometer zusammen. Das ist mehr als vier Mal um die Welt. Eine ganze Menge Daten, die die Planer:innen nun auswerten können. Details finden Sie in unserer News vom 14.05.2021.
Die Heatmap bildet alle während der Aktion aufgezeichneten Wege ab. Je intensiver das Rot, desto häufiger nutzten die Teilnehmer:innen die jeweiligen Strecken. Foto: Stadt Münster

Wozu wurden die Daten gesammelt?

Die Planer:innen erhalten so wichtige Informationen. Zum Beispiel, welche Wege oder Straßen in Münster besonders häufig mit dem Fahrrad genutzt und welche Verbindungsstrecken bevorzugt werden. Natürlich werden bereits einige Möglichkeiten genutzt, um an solche Daten zu kommen – etwa mit Hilfe der Fahrradzählstellen. Über diese punktuellen Auswertungsmöglichkeiten hinaus werden die Daten aus der App aber ein noch umfangreicheres und zusammenhängenderes Bild liefern.
Fahrradzählstation am Kreisverkehr in Münster. Foto: Smart City Münster

Fahrradnetz-Planung: Ein hierarchisches und zusammenhängendes Fahrradnetz für Münster

Münster hat im Vergleich zu allen Großstädten Deutschlands den höchsten Fahrradverkehrsanteil – rund 43 % aller Wege werden mit dem Rad zurückgelegt. Gerade in den vergangenen Jahren hat die Stadt Münster viel für den Radverkehr getan und zum Beispiel mit der Umgestaltung der Fahrradstraßen nach den politisch beschlossenen Qualitätsstandards neue Maßstäbe gesetzt. Gleichzeitig besteht weiter Handlungsbedarf. Es gilt, die Fahrradinfrastruktur entsprechend der wachsenden Nachfrage und Ansprüche zu erweitern, denn viele Radwege sind zu eng und haben eine schlechte Oberfläche. Dies schränkt sicheres Fahren sowie den Verkehrsfluss ein und bietet Radfahrenden wenig Komfort. Um das Radfahren auf ein neues Niveau zu heben, entwickelt das Amt für Mobilität und Tiefbau zusammen mit dem Beratungsunternehmen Rambøll und der Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz GbR das neue Fahrradnetz 2.0 – mit einer lückenlosen Fahrradinfrastruktur und mehr Platz für Fahrräder. Grundlage hiefür ist die im Februar 2020 beschlossene Vorlage: Vorlage V/1186/2019: Fahrradnetz-Planung: ein hierarchisches, zusammenhängendes Fahrradnetz für Münster erarbeiten Ziel der Netzplanung ist der einfache, komfortable und sichere Fahrradverkehr von Tür zu Tür, der in das städtische Gesamtverkehrsnetz integriert ist. Dabei steht nicht der einzelne Radweg im Fokus, sondern das Fahrradnetz als Ganzes. Vom Kfz-Straßennetz ist das bekannt. Da gibt es auch eine Unterscheidung der Straßen je nach Funktion: Hauptstraßen, Nebenstraßen, Erschließungsstraßen. Eine solche Routenabstufung mit entsprechenden Qualitäten entwickelt die Stadt Münster mit der Netzplanung auch für den Radverkehr. Die Netzplanung versteht sich als systematisches Vorgehen, das im Rahmen einer Bestandserfassung und -analyse Mängel und Defizite identifiziert und anschließend einen Fahrplan für die Zukunft festlegt: Welche Maßnahmen sind mit welcher Priorität umzusetzen, um Schritt für Schritt ein zukunftsfähiges Fahrradnetz zu erhalten?

Wussten Sie schon?

Die Stadt Münster schreitet bei der Fahrradnetzplanung neue Wege ein: Denn bislang wurde das Netzplansystem – eine Routenabstufung mit entsprechenden Qualitäten – überwiegend in der Kfz-Straßennetzplanung eingesetzt. Die Stadt Münster überträgt diese Idee im Rahmen von Fahrradnetz 2.0 nun erstmalig auch auf den Radverkehr bzw. die Radverkehrsplanung!

Adaptive Beleuchtung

„Innovative“ Laternen an der Kanalpromenade erhöhen den Radfahrkomfort während sie zeitgleich die Lichtverschmutzung gering halten. Die Laternen hellen sich auf 100% ihrer Lichtstärke auf, wenn sich ein/e Fahrradfahrer/in nähert und regeln sich nach der Passage eigenständig wieder runter. Auf diese Weise wird sowohl Energie gespart als auch ein möglicher Angstraum ausgeleuchtet ohne dabei die Natur unnötig zu belasten. Diese innovativen Laternen tragen zu einer komfortabel nutzbaren, alltagstauglichen Radwegeverbindung bei und sind ein Teilprojekt des Radverkehrskonzeptes Münster 2025.

 

Innovative Beleuchtung entlang der Kanalpromenade

Quelle: Stadt Münster

Die Knalpromenade in Münsters Süden (Hiltrup) wurde als Pilotprojekt und somit als erstes Teilstück am Dortmund-Ems-Kanal mit der adaptiven Beleuchtung ausgestattet. Nach eingehender Testphase werden seit Dezember 2020 auch im Norden Münsters beginnend von der Schleuse über Coerde bis nach Gelmer weitere insgesamt 250 Leuchten installiert.

 

Nachhaltige Investition für den Radverkehr

Nördlicher Bauabschnitt Kanalpromenade Münster, Adaptive Beleuchtung ist bereits aufgestellt. Foto: Stadt Münster

Die Adaptive Beleuchtung im nördlichen Bauabschnitt ist bereits aufgestellt, ab 8. März 2022 beginnen hier die Asphaltarbeiten. Voraussichtlich ab Sommer 2022 können Radfahrende und Fußgänger:innen diesen Abschnitt sicher nutzen. Der Ausbau der Kanalpromenade dient als nachhalige Investionen für den Radverkehr, denn er verbindet Münster mit der Stadtregion und schafft einen weiteren Anreiz das Rad als Verkehrsmittel zu nutzen.

 

Pilotstudie „Fledermäuse und Licht“

Um die am Kanal lebenden Fledermäuse zu schützen, wird die Beleuchtung zunächst, wie in den Artenschutzgutachten vorgeschlagen, in den Abendstunden der Sommermonate ausgeschaltet, sobald sie nicht mehr benötigt wird. In Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut startet unter der Bedingung der Fördermittelzusage im Frühjahr 2022 eine Pilotstudie zum Thema „Fledermäuse und Licht“. Die sich kurzfristig verändernde Leuchtkraft von null auf 100 Prozent und deren Auswirkungen auf die Tierwelt sollen wissenschaftlich untersucht werden. Zur Pressemeldung

Kanalpromenade Münster, Bauabschnitte. Grafik: Stadt Münster

Wussten Sie schon?

Die Kanalpromenade ist eine wichtige und nachhaltige Investition für den Radverkehr in Münster und in der Stadtregion. Nach Fertigstellung wird es eine durchgängige und komfortabel zu befahrende Verbindung von Stadtgrenze zu Stadtgrenze geben. Die Strecke soll dann auch komplett mit Intelligenter Beleuchtung ausgestattet sein.

 

Smart City-Dashboard

Daten sind die Basis für eine nachhaltige integrierte Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter. Doch welche Daten sind relevant für eine Smart City? Eine Auswahl von Echzeitdaten aus Münster, die für eine nachhaltige Stadtentwicklung interessant sind, werden nun auf dem Smart City-Dashboard visualisiert: Fahrradzählstationen, Parkhäuser, Passantenfrequenzen sowie Umweltdaten von der Smart City senseBox und dem Aaseemonitoring werden dargestellt.

 

Echzeitdaten

Das Smart City-Dashboard ist ein Informationsangebot der Stabsstelle Smart City Münster, angesiedelt im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft der Stadt Münster. Echtzeitdaten, die in unterschiedlichen Themenbereichen der Stadtentwicklung durch die Stadt Münster und ihre Partner erhoben werden, werden hier dargestellt. Interaktive Zeitreihen erlauben erste Analysen der Daten.

Das Dashboard und das entsprechende Sensorennetzwerk sollen schrittweise weiter ausgebaut werden. Mit diesen Live-Daten kann künftig ein Überblick zum Beispiel über Luftqualität, Bodenfeuchte und andere Umweltdaten sowie Mobilitätsangebote gegeben werden. Auf Basis von Echtzeitdaten und interaktiven Zeitreihen lässt sich beispielsweise die Wirksamkeit von Maßnahmen im Stadtraum analysieren.

 

Open Data, Open Source

Die interaktive Kartendarstellung gibt Informationen über die jeweiligen Orte der Datensammlung. Informationen und Ansprechpartner zu den einzelnen Themen findet man bei einem Klick auf „Über die Daten“ bei der jeweiligen Themenkachel. Alle Daten sind als Offene Daten (Open Data) auch über das Open-Data-Portal der Stadt Münster für andere Zwecke verfügbar.

Die Software des Dashboards wurde von der münsterschen Firma re:edu entwickelt und ist als Freie Software (Open Source) zur Adaption, Verbesserung und Verbreitung frei verfügbar: Quelltext des Frontends, Quelltext des Backends

 

Wussten Sie schon?

In der Stadt der Zukunft spielen Daten eine zentrale Rolle: Digitalisierung betrifft Kommunen in allen Bereichen. Die digitale Transformation verändert unsere Mobilität, unsere Art zu arbeiten, zu wohnen und zu leben, unsere Freizeit, unseren Konsum sowie unsere Kommunikation. Daten bilden das Fundament und sind zudem Treiber dieser Transformation. Wie werden die Daten gesammelt und welche Daten sind für eine nachhaltige Stadtentwicklung wichtig? Im Rahmen unserer Smart City-Projekte sammeln wir unterschiedliche Daten für die Stadtentwicklung, auf dem Smart City-Dashboard visualisieren wir eine Auswahl dieser Offenen Daten.

Handyparken

Das Handyparken ist der erste Schritt in Richtung eines digitalen Parkraummanagements in Münster. Digitale Lösungen sind kein Selbstzweck, sondern müssen sich daran messen lassen, welchen Nutzen sie stiften. Im Falle von Maßnahmen des Smart Parking geht es um einen klugen Umgang mit knapper werdendem Raum. Vor allem für die Innenstadt benötigt Münster intelligente Lösungen für eine nachhaltige und stadtverträgliche Mobilität von morgen. Künftig sollen zum Beispiel Parkverkehre in der Innenstadt, Pendlerverkehre am Stadtrand oder das Parken in Wohnquartieren mit Hilfe von digitalen Anwendungen organisiert und gesteuert werden. Die Zahlungsabwicklung per Handy ist nur der Anfang. Weitere Informationen zum Handyparken

 

Wussten Sie schon?

Handyparken ist in Münsters Innenstadt seit Oktober 2020 als zusätzlich Zahlungsform zum Bargeld möglich.