Smart-City-Reallabor am Albersloher Weg startet

 Stadt und Stadtwerke testen neue Technologien auf P+R-Parkplatz 

Nachdem die Bagger am Park+Ride-Parkplatz Nieberding am Albersloher Weg verschwunden sind, sind zunächst nur kleinere Änderungen zu sehen. Neben einer modernen Beleuchtungsstele stechen die acht Ladeplätze für Elektroautos ins Auge. Dabei haben Stadt und Stadtwerke viel mehr neue Technologie installiert.  

„Wir möchten dort ausprobieren, wie wir Mobilstationen, Parkplätze und auch ganze Quartiere in Zukunft smart machen können und wie zuverlässig die Technik unter realen Bedingungen bereits ist“, sagt Stefan Kohake, Manager für IoT der Stadtwerke. Mit „Internet of Things“ (IoT) werden moderne, vernetzte Geräte bezeichnet, wie sie hier ausprobiert werden.

Das kommunale Unternehmen hat die Technik auf dem städtischen Parkplatz installiert und arbeitet dafür eng mit der Stadt Münster zusammen. „Bisher verknüpft der Parkplatz ‚nur‘ Auto und Bus. Wir wollen ausprobieren, wie Smart-City-Technik dieses Angebot optimieren bzw. erweitern kann. Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse unterstützen die städtischen Pläne zur Mobilitätswende, zur Digitalisierung und für eine nachhaltige, integrierte Quartiers- bzw. Stadtentwicklung gleichermaßen“, sagt Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft der Stadt Münster.  

Einige Parkplätze, darunter auch die barrierefreien Plätze, sind mit speziellen Sensoren ausgerüstet, die anzeigen, ob sie besetzt sind oder nicht. Beispielsweise können damit zukünftig Menschen mit Behinderung in einer App sehen, ob für sie reservierte Stellplätze frei sind. Zwei der Ladepunkte sind zudem besonders für Menschen im Rollstuhl optimiert. Herkömmliche Ladesäulen lassen sich zum Teil nur schwer aus dem Rollstuhl hinaus bedienen. „Wenn wir unseren Kundinnen und Kunden das Leben mit dem Einsatz neuer und innovativer Technologien erleichtern können, dann machen wir unseren Job richtig“, ist sich Fabian Röttgering, Innovationsmanager der Stadtwerke, sicher. In die Entwicklung eingeflossen sind die Erfahrungen von Thomas Walbaum, Schwerbehindertenvertreter bei den Stadtwerken.

Zudem zählen Kameras die ein- und ausfahrenden Autos, so dass die Anzahl freier Stellplätze im städtischen Parkleitsystem angezeigt werden kann. Eine weitere Kamera liefert Daten über die Verkehrsbewegungen auf dem Albersloher Weg. „Dabei wird dem Datenschutz jederzeit Rechnung getragen, Kennzeichen oder Gesichter werden nicht erfasst, die Bilder werden nach wenigen Sekunden wieder gelöscht“, so Wolf. Die Datenübertragung im Reallabor Smart City erfolgt überwiegend energie- und strahlungsarm mit LoRaWAN (Long Range Wide Area Network). Eine smarte Straßenlaterne mit WLAN, Abfalleimer, die ihren Füllstand automatisch an die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) melden und diverse Umweltsensoren, die Bodenfeuchte, Wetter und Luftqualität ermitteln, runden das Angebot ab. Zukünftig sollen neben weiteren Smart City-Technologien weitere Angebote rund um geteilte Mobilität hinzukommen, zum Beispiel mit Leihrädern oder E-Scootern. Elektrisches Carsharing hat bereits heute eine Heimat im Reallabor gefunden. 

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Projektseite zum Smart City Reallabor.

Smart City Reallabor

Parkplatz Nieberdingstraße wird Probierfeld für Smart-City-Technik: Stadt und Stadtwerke bauen Reallabor auf

„Smart City Reallabor Nieberding“ heißt es ab sofort an der Kanalbrücke Albersloher Weg. Stadt Münster und Stadtwerke Münster testen am dortigen P+R-Parkplatz verschiedene Sensoren, Anzeigen und Technologien, die später in Quartieren und Mobilstationen zum Einsatz kommen könnten, um Fahrgästen den Umstieg auf den klimafreundlichen Nahverkehr zu erleichtern und Quartiersbewohner:innen das Leben bequemer zu machen. Den Auftrag, den Park&Ride-Platz zu einem Reallabor „Smarte Mobilstation“ zu entwickeln, hatte der Rat der Stadt Münster im März 2021 gegeben.

„Den Test machen wir ganz bewusst in aller Öffentlichkeit: Im Reallabor sollen innovative Smart City-Anwendungen unter realen Bedingungen erprobt werden. Der Testraum schafft Transparenz und liefert wesentliche Erkenntnisse auf dem weiteren Weg zur Smart City“, sagt Stadtbaurat Robin Denstorff. „Was überzeugt, übernehmen wir in den Standard für Stadt- und Mobilitätsplanung.“

Smart City Reallabor aktuell

In unserer Rubrik „Aktuelle Beiträge“ und auf Twitter berichten wir über den aktuellen Stand im Reallabor:

News vom 13.05.22 Smart City Reallabor am Albersloher Weg startet

Mobilstation und mehr

Erste Anwendung: Sensoren, die die Verfügbarkeit der Parkplätze erfassen

Als erste Smart-City-Anwendung installieren Stadt und Stadtwerke Sensoren, die erfassen, ob Parkplätze frei oder belegt sind. „Für eine moderne Mobilstation ist das ein Muss. Wer mit dem Auto von außerhalb kommt, kann sich so gleich zu einem freien Parkplatz außerhalb der Innenstadt navigieren lassen und dort auf den Bus umsteigen“, erklärt Frank Gäfgen den praktischen Nutzen des Systems. E-Ladesäulen gehören ebenfalls zum Umfang der Mobilstation. Erstmals soll auch eine vollständig barrierefreie Ladesäule installiert werden. Außerdem soll es dort weitere Stellplätze für Carsharing-Anbieter sowie eine Abstellfläche für Leihroller oder -räder geben. Fahrräder könnten dann unter einem großen Photovoltaikmodul abgestellt werden, das die Leezen vor Regen schützt und gleichzeitig Ökostrom erzeugt.

Welche Anwendungen sind noch geplant?

Im Smart-City-Reallabor sollen aber nicht nur Anwendungen für Mobilstationen getestet werden, sondern verschiedene Lösungen, die Münster bei der Entwicklung zur lebenswerten und resilienten Stadt der Zukunft unterstützen soll.

Dieser Sensor misst die Bodenfeuchte.

So können Sensoren die Bodenfeuchtigkeit überwachen und damit im Winter vor Glatteis warnen und im Sommer für ausrechende Bewässerung der Bäume sorgen. Auch die Müllbehälter können ihren Füllstand automatisch an die Abfallwirtschaftsbetriebe melden.

LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Münster

Für die Datenübertragung kommt das Stadtwerke-eigene LoRaWAN-Netz zum Einsatz. „Wir haben diese wichtige Infrastruktur für die Smart-City-Anwendungen in den letzten Jahren aufgebaut und decken damit fast das ganze Stadtgebiet ab. Vorteile sind der geringe Energieverbrauch und die große Reichweite, weil wir wie hier nur kleine Datenmengen übertragen müssen“, so Frank Gäfgen.

Vorbereitung für neue Quartiere

Auch eine neue Generation Straßenlaternen wird im Smart-City-Reallabor auf die Probe gestellt. „Sie sollen nicht nur Licht – natürlich aus energiesparenden LED – spenden, sondern können auch als WLAN-Hotspot dienen oder anzeigen, ob eine nahegelegene E-Ladestation frei ist“, so Robin Denstorff. „Zum Einsatz könnten diese zum Beispiel in den Quartieren York und Oxford in Gremmendorf und Gievenbeck kommen.“

Installiert werden die verschiedenen Anwendungen sukzessive über die kommenden Monate, die Überwachung und Auswertung erfolgt laufend durch ein gemeinsames Projektteam der Stadtwerke und der Smart-City-Stabsstelle der Stadt. Interessierte können die Daten des Reallabors künftig in Echtzeit über online abrufen.

Das Smart City Reallabor Nieberding ist ein Gemeinschaftsprojekt von

 

Wussten Sie schon?

„LoRaWAN“ wird besonders im Umweltbereich eingesetzt, weil nur sehr kleine Datenmengen übermittelt werden, so dass die Datenübermittlung sehr energiesparend ist. Die Reichweite der Übertragung kann mehrere Kilometer betragen.

Leezenflow für die Velorouten

Zehn neue Standorte geplant / Installation ab Herbst 2022 / Leezenflow-Prototyp zurzeit in Reparatur

Im Februar beauftragte der Rat der Stadt Münster die Verwaltung, weitere Standorte für das Leezenflow-System, dem Grüne-Welle-Assistenten für den Radverkehr, zu prüfen. Mittlerweile stehen zehn neue Leezenflow-Standorte fest, die in den nächsten Wochen den Bezirksvertretungen Münster Mitte und Münster Südost sowie dem Ausschuss für Verkehr und Mobilität vorgestellt werden. Die Standortwahl erfolgte insbesondere unter Berücksichtigung der Velorouten sowie im Hinblick auf verkehrstechnische Voraussetzungen, die Verkehrssicherheit und die Stadtgestaltung.

Neue Grüne-Welle-Assistenten sind an der Promenade an der Kreuzung Neutor in beiden Fahrtrichtungen sowie an der Kreuzung Hörstertor in südliche Fahrtrichtung vorgesehen. Die weiteren vorgeschlagenen Standorte befinden sich entlang verschiedener Velorouten: an den Kreuzungsbereichen Steinfurter Straße und Grevener Straße, Neutor und Lazarettstraße, Weseler Straße und Koldering, Salzstraße und Von-Vincke-Straße (jeweils stadtauswärts), Albersloher Weg und Umgehungsstraße, Warendorfer Straße und Ring sowie Warendorfer Straße und Piusallee (jeweils stadteinwärts). Der Ausbau weiterer Leezenflow-Systeme wird durch das Programm „Modellprojekte Smart Cities“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert und startet nach aktuellen Planungen im Herbst 2022.

Die Idee zum Leezenflow, der mit Hilfe einer digitalen Anzeige den Radverkehr in Fluss hält und das Radfahren komfortabler gestaltet, entstand 2019 aus der Bürgerschaft im Rahmen der Veranstaltung Münsterhack. Der seit Mai 2021 installierte Prototyp am Hörstertor wurde am Osterwochenende beschädigt und ist aktuell in Reparatur. Die Stadt hofft, dass der Leezenflow so schnell wie möglich wieder genutzt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Projektseite Leezenflow.

Thermografiebefliegung: Schon mehr als 1000 Energieberatungen

Im Rahmen der Thermografiebefliegung sind bis Ostern 2022 bereits mehr als 1000 Energieberatungen durchgeführt worden. „Das sind mehr als 100 Beratungstermine pro Woche“, erläutert Marco Imberge von der städtischen Koordinierungsstelle für Klima und Energie (KLENKO). „Wir freuen uns darüber, dass die Termine so gut gebucht sind. Es zeigt, dass die Menschen in Münster an energetischen Fragestellungen sehr interessiert sind.“

Für die kostenfreien Einstiegs-Energieberatungen beauftragte die Stadt eine externe Beratungsfirma. Die telefonische Erst-Beratung richtet sich nach dem Zustand des Hausdaches und den daraus resultierenden Fragen der Kunden. Oftmals geht es über die Beratung zur Dachsanierungen hinaus, denn vielen Kund:innen interessieren sich auch für z. B. PV-Anlagen und das Thema Dachbegrünung.

Im Nachgang der rund halbstündigen Einstiegs-Energieberatungen bekommen die Interessenten eine zusammenfassende E-Mail zugeschickt, in der noch einmal mögliche nächste Schritte und Förderprogramme, aber auch Online-Informationsveranstaltungen zu energetischer Sanierung, Heizungserneuerung oder Photovoltaik aufgeführt werden.

Gebucht werden können die Termine über das Online-Buchungsprogramm der Stadt Münster. Die Beratungskapazitäten werden monatsweise kalkuliert und für den jeweiligen Folgemonat freigeschaltet.

Mehr Informationen gibt es auf den Projektseiten www.smartcity.ms und www.stadt-muenster.de/thermografiebefliegung

Zur Pressemeldung der Stadt Münster.

Fahrradnetz 2.0 Münster

Ein zusammenhängendes Fahrradnetz mit Qualität

Münster ist ohne Frage eine Stadt, in der viele Wege mit dem Rad erledigt werden. Erklärtes Ziel ist es, noch mehr Menschen für dieses Verkehrsmittel zu begeistern und Radfahren sicher und komfortabel zu machen. Um die Infrastruktur hieran anzupassen, erarbeitet die Stadt Münster zurzeit ein lückenloses und systematisches Fahrradnetz 2.0, das Schritt für Schritt umgesetzt werden soll. Damit wird eine konzeptionelle Grundlage geschaffen, mit der die Radwege bedarfsgerecht und modern ausgebaut werden können.

Digitale Bürgerbeteiligung zum Netzentwurf

Nach der im Frühjahr 2021 erfolgreich durchgeführten partizipativen Tracking-Kampagne „Dein AppGrade für Münsters Fahrradwege“ wurde die Bürgerschaft auch bei der Diskussion um den Netzentwurf mit einbezogen. Vom 7. bis zum 20. März hatten alle interessierten Münsteraner:innen die Möglichkeit, den Netzentwurf kennenzulernen, ihn zu kommentieren sowie wichtige Hinweise und Anregungen mit einzubringen. Aufgrund der pandemischen Situation fand diese Beteiligung digital statt.

 

Dein AppGrade: Daten für die smarte Fahrradstadt 2.0

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Daten wurden 2021 mit der Aktion „Dein AppGrade für Münsters Fahrradwege“ erstmalig mithilfe der Münsteraner Fahrradfahrer:innen Daten von Alltagswegen für den Ausbau des Fahrradnetzes 2.0 Münster erhoben.

Bei der Aktion sind das städtische Fahrradbüro mit Unterstützung der Stabsstelle Smart City neue, digitale Wege gegangen: Alle Bürger:innen waren vom 12. April bis zum 9. Mai 2021 eingeladen, die Fahrradnetz-Planung zu unterstützen, indem sie sich die App Naviki herunterladen und ihre Alltagswege aufzeichnen.

 

Heatmap bildet aufgezeichnete Wege ab

Wenn möglichst viele Menschen mitmachen, wird sichtbar, welche Wege die Bürger:innen in der Realität nutzen. Bei der Aktion geht es nicht darum, besser zu sein als jemand anderes. Jeder noch so kurze oder lange Weg zählt. Viele individuelle Wege ergeben am Ende ein aussagekräftiges Gesamtbild für die zukünftige Fahrradnetzplanung in Münster.

Über 2000 Menschen beteiligten sich mit fast 23 000 Einzelwegen an der Kampagne. Insgesamt kamen so bei dem Tracking über 160 000 Kilometer zusammen. Das ist mehr als vier Mal um die Welt. Eine ganze Menge Daten, die die Planer:innen nun auswerten können. Details finden Sie in unserer News vom 14.05.2021.

Die Heatmap bildet alle während der Aktion aufgezeichneten Wege ab. Je intensiver das Rot, desto häufiger nutzten die Teilnehmer:innen die jeweiligen Strecken. Foto: Stadt Münster

 

Wozu wurden die Daten gesammelt?

Die Planer:innen erhalten so wichtige Informationen. Zum Beispiel, welche Wege oder Straßen in Münster besonders häufig mit dem Fahrrad genutzt und welche Verbindungsstrecken bevorzugt werden. Natürlich werden bereits einige Möglichkeiten genutzt, um an solche Daten zu kommen – etwa mit Hilfe der Fahrradzählstellen.

Über diese punktuellen Auswertungsmöglichkeiten hinaus werden die Daten aus der App aber ein noch umfangreicheres und zusammenhängenderes Bild liefern.

Fahrradzählstation am Kreisverkehr in Münster. Foto: Smart City Münster

 

Fahrradnetz-Planung: Ein hierarchisches und zusammenhängendes Fahrradnetz für Münster

Münster hat im Vergleich zu allen Großstädten Deutschlands den höchsten Fahrradverkehrsanteil – rund 43 % aller Wege werden mit dem Rad zurückgelegt. Gerade in den vergangenen Jahren hat die Stadt Münster viel für den Radverkehr getan und zum Beispiel mit der Umgestaltung der Fahrradstraßen nach den politisch beschlossenen Qualitätsstandards neue Maßstäbe gesetzt. Gleichzeitig besteht weiter Handlungsbedarf. Es gilt, die Fahrradinfrastruktur entsprechend der wachsenden Nachfrage und Ansprüche zu erweitern, denn viele Radwege sind zu eng und haben eine schlechte Oberfläche. Dies schränkt sicheres Fahren sowie den Verkehrsfluss ein und bietet Radfahrenden wenig Komfort.

Um das Radfahren auf ein neues Niveau zu heben, entwickelt das Amt für Mobilität und Tiefbau zusammen mit dem Beratungsunternehmen Rambøll und der Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz GbR das neue Fahrradnetz 2.0 – mit einer lückenlosen Fahrradinfrastruktur und mehr Platz für Fahrräder. Grundlage hiefür ist die im Februar 2020 beschlossene Vorlage: Vorlage V/1186/2019: Fahrradnetz-Planung: ein hierarchisches, zusammenhängendes Fahrradnetz für Münster erarbeiten

Ziel der Netzplanung ist der einfache, komfortable und sichere Fahrradverkehr von Tür zu Tür, der in das städtische Gesamtverkehrsnetz integriert ist. Dabei steht nicht der einzelne Radweg im Fokus, sondern das Fahrradnetz als Ganzes. Vom Kfz-Straßennetz ist das bekannt. Da gibt es auch eine Unterscheidung der Straßen je nach Funktion: Hauptstraßen, Nebenstraßen, Erschließungsstraßen. Eine solche Routenabstufung mit entsprechenden Qualitäten entwickelt die Stadt Münster mit der Netzplanung auch für den Radverkehr.

Die Netzplanung versteht sich als systematisches Vorgehen, das im Rahmen einer Bestandserfassung und -analyse Mängel und Defizite identifiziert und anschließend einen Fahrplan für die Zukunft festlegt: Welche Maßnahmen sind mit welcher Priorität umzusetzen, um Schritt für Schritt ein zukunftsfähiges Fahrradnetz zu erhalten?

 

Wussten Sie schon?

Die Stadt Münster schreitet bei der Fahrradnetzplanung neue Wege ein: Denn bislang wurde das Netzplansystem – eine Routenabstufung mit entsprechenden Qualitäten – überwiegend in der Kfz-Straßennetzplanung eingesetzt. Die Stadt Münster überträgt diese Idee im Rahmen von Fahrradnetz 2.0 nun erstmalig auch auf den Radverkehr bzw. die Radverkehrsplanung!

Thermografiebefliegung: Wärmebilder erfreuen sich großer Nachfrage

Über 41.500  Bescheide mit Zugangsdaten werden bis Mitte März verschickt, 30.000 Empfänger:innen haben den Brief bereits erhalten.

Im Januar 2021 überflog eine Propellermaschine im städtischen Auftrag das bebaute Gebiet von Münster und nahm mit einer Spezialkamera Wärmebilder von fast 120 000 münsterschen Dachflächen auf. „Die so sichtbar gemachten Oberflächentemperaturen geben Hinweise auf die Qualität der jeweiligen Dachdämmung und können Besitzer:innen von Immobilien wertvolle Anhaltspunkte für Einsparpotenziale und mögliche Energielecks geben“, erklärt Stadtbaurat Robin Denstorff. Die Ergebnisse sind in einem für die münstersche Thermografiebefliegung erstellten Webportal gelistet und stehen zum Herunterladen bereit unter: www.thermodatenabruf-muenster.de

 

Wurde das Bild im Sommer aufgenommen?

Die Stadtverwaltung haben nach der Thermografiebefliegung und dem Versand der ersten Anschreiben viele Fragen erreicht. Dr. André Wolf von Smart City Münster zur häufig gestellten Frage nach dem „gedoppelten“ Bild: „Die Wärmebilder wurden zur besseren Orientierung auf ein Luftbild gelegt. Es handelt sich also um unterschiedliches Kartenmaterial: Das Wärmebild des Hausdaches wurde im Rahmen der Thermografiebefliegung im Januar 2021 aufgenommen. Der Luftbild-Hintergrund stammt aus einer früheren Aufnahme im Frühsommer.“ So lasse sich das Haus besser wiedererkennen und in die Umgebung einordnen.

Über 41 500 Bescheide verschickt die Stadt seit Ende Januar im zweiwöchigen Rhythmus an Münsters Hausbesitzer:innen. „Bis Mitte März werden dann alle Immobilienbesitzende ihr Anschreiben und damit ihre Zugangsdaten zum Download ihrer Wärmebilder erhalten“, so Wolf. „Drei der insgesamt vier Versandaktionen sind schon gelaufen und das Interesse an den Wärmebildern ist sehr hoch. Gut die Hälfte der bereits angeschriebenen Haushalte haben ihr Wärmebild schon angeschaut.“

 

Liegt mein Haus im überflogenen Bereich?

In den beiden Flugnächten im Januar 2021 wurde nur das bebaute Stadtgebiet von Münster überflogen. „Vor allem die Eigentümer:innen in den Außenbereichen fragen sich, ob ihr Haus im überflogenen Bereich liegt“, weiß Norbert Dephoff vom städtischen Vermessungs- und Katasteramt. „Daher haben wir im Geoportal der Stadt eine Karte veröffentlicht, in der man seine Adresse eingeben kann und dann sieht, ob die Immobilie im überflogenen Bereich liegt.“ Die Karte ist online unter www.smartcity.ms/thermografiebefliegung abrufbar.

 

Warum wurde die Thermografiebefliegung durchgeführt?

Die Stadt Münster strebt an, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Daher bietet die Stadt an, auf Basis des persönlichen Wärmebildes einen Termin für eine kostenfreie Einstiegs-Energieberatung zu buchen, um gemeinsam den Schritt zu einer klimafreundlichen Stadt zu gehen. „Gebäudesanierungen sind ein bedeutender Beitrag für die Klimaneutralität. Daher freuen wir uns sehr, dass die Münsteranerinnen und Münsteraner diese Angebote so gut annehmen“, so Matthias Peck, Dezernent für Wohnungsversorgung, Immobilien und Nachhaltigkeit.  Zuschüsse für einzelne Sanierungsmaßnahmen, wie beispielsweise eine Dachsanierung, können mit bis zu 25 Prozent bezuschusst werden. Darüber hinaus können Förderzuschüsse von der Stadt Münster im Rahmen des Förderprogramms Klimafreundliche Wohngebäude beantragt werden.

 

Mehr Informationen finden Sie auf unseren Projektseiten: www.smartcity.ms und www.stadt-muenster.de

Weitere Standorte für den Leezenflow

Nach der erfolgreichen Pilotphase des Grüne-Welle-Assistenten für den Radverkehr hat der Hauptausschuss der Stadt Münster am Mittwoch (9. Februar) mehrheitlich beschlossen, dass im Rahmen des Förderprojektes „Modelkommune Smart Cities“ bis zu zehn weitere Leezenflow-Systeme in Münster geplant werden können.

Die digitalen Tafeln zeigen an, wie lange eine Ampelphase noch dauert, sodass Radfahrende ihre Geschwindigkeit anpassen können, um nicht so oft anhalten zu müssen. Zusätzlich zu weiteren Standorten wurde im Hauptausschuss einer weiteren Evaluation sowie Verbesserungen am Leezenflow-System zugestimmt.

 

Von der Idee zum Prototyp

Die Idee, den Radverkehr mit Hilfe digitaler Anzeigen im Fluss zu halten, entstand 2019 aus der Bürgerschaft im Rahmen der Veranstaltung Münsterhack und wurde von der städtischen Stabsstelle Smart City Münster weiterentwickelt. Der Leezenflow-Prototyp wurde am 17. Mai 2021 auf der Promenade vor der Kreuzung Hörstertor in Fahrtrichtung Zwinger installiert. Zeitgleich startete das Institut für Verkehrswissenschaft der Universität Münster im Auftrag der Stadt eine Evaluation am Pilotstandort. Diese Evaluation bestand aus einer Online-Umfrage sowie Verkehrsmessungen.

 

Ergebnisse der Evaluation liegen vor

Ein Ergebnis der Umfrage war, dass die Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer ihr Fahrverhalten so optimieren konnten, dass sie flüssiger über die Kreuzung kamen. Die Verkehrsmessung an der Ampel zeigte unter anderem, dass die Zahl der Anhaltevorgänge durch den Leezenflow reduziert wurde, so dass die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss insgesamt positiv sind. Als eine mögliche Verbesserung schlugen die befragten Radfahrerinnen und Radfahrer vor, die Anzeige so zu verändern, dass die verbleibende Zeit der Ampelphase in Sekunden dargestellt wird, statt wie bislang grafisch mit einem roten oder grünen Balken.

 

Weitere Standorte

Der Hauptausschuss der Stadt Münster hat beschlossen, die Leezenflow-Systeme vorrangig an den Velorouten und an den zukünftigen Hauptrouten zu installieren. Er hat die Verwaltung beauftragt, fachlich geeignete Standorte zu identifizieren und eine Einbindung der Umlandgemeinden zu prüfen.

 

Leezenflow ist ein Smart City-Projekt

Das Leezenflow-System soll nicht nur den Verkehr voranbringen, sondern auch die digitale Stadtentwicklung. Es zeigt, wie aus einer Idee der Bürgerschaft eine Technik mit Freier Software wird, die bereits das Interesse anderer Kommunen geweckt hat.

Weitere Informationen zum Projekt sowie zur Evaluation stehen auf der Leezenflow-Projektseite.

Pressemeldung der Stadt Münster: https://www.muenster.de/pressemeldungen/web/frontend/output/ms-startseite/design/standard/page/1/show/1093820

Leezenflow wird positiv angenommen und steigert den Radkomfort

Seit Mai 2021 wird an Münsters Promenade der erste Prototyp Leezenflow, der Grüne-Welle-Assistent für den Radverkehr, getestet. Er soll Radfahrenden ermöglichen, ihre Fahrgeschwindigkeit entsprechend der Ampelphase anzupassen und somit einen besseren Verkehrsfluss für den Radverkehr ermöglichen. Reagieren Radfahrende mit entsprechenden Geschwindigkeitsanpassungen auf die Anzeige des Leezenflows, müssen diese weniger oft vor roten Ampeln anhalten und bleiben im Flow. Die Idee zum Leezenflow-System entstand 2019 aus der Bürgerschaft beim Münsterhack und wurde seitdem im Auftrag der Stadt Münster von der Stabsstelle Smart City im Sinne einer koproduktiven Stadtentwicklung weiterentwickelt.

 

Leezenflow im Echtzeit-Test

Die Evaluation

Verbunden mit der Testphase Leezenflow führte die Universität Münster, Institut für Verkehrswissenschaften (IVM), im Auftrag der Stadt Münster eine Evaluation durch, die aus zwei Teilen besteht: Im ersten Teil wurden die Ergebnisse der Online-Umfrage zur Zufriedenheit und Verständlichkeit unter den Nutzerinnen und Nutzern des Leezenflows dokumentiert. Für den zweiten Teil wurden umfangreiche Verkehrsmessungen sowohl direkt am Leezenflow (ca. 110 Meter vor der Ampelkreuzung) als auch am Knotenpunkt Hörstertor durchgeführt.

Mittlerweile ist die Evaluation abgeschlossen und die Ergebnisse stehen im Ratsinformationssystem der Stadt zum Download zur Verfügung. Außerdem lassen sich die Rohdaten, die im Zuge der Evaluation erstellt wurden, über den Publikationsserver der WWU herunterladen.

 

Überblick der Evaluations-Ergebnisse

Onlineumfrage

An der Onlineumfrage haben sich vom 17. Mai 2021 bis zum 14. Juni 2021 insgesamt 534 Menschen beteiligt. Im Folgenden bekommen Sie einen ersten Überblick, detailiertere Informationen stehen im Ergebnisbericht:

Verbesserung des Radfahrkomforts

Mehr als 75 % der Teilnehmenden geben an, dass der Leezenflow die Qualität des Radfahrens erhöht. Etwas mehr als jeder Zehnte möchte wegen des LeezenflowPrototyps sogar häufiger Fahrrad fahren.

Einfluss auf das Fahrverhalten

Ein großer Teil (72 %) der Umfrageteilnehmenden stellt einen Einfluss des Leezenflows auf ihr Fahrverhalten fest.

Verständlichkeit

Die Verständlichkeit des Leezenflows nach mehrmaligem Vorbeifahren wird von mehr als 70 % der Teilnehmenden mit gut oder sehr gut bewertet.

Sichtbarkeit

Die Sichtbarkeit des Leezenflows wird von mehr als 73 % als gut oder sehr gut bewertet. Die Entfernung des Leezenflows zur Ampel ist für fast 60 % optimal.

Verbesserungsvorschläge

Als Verbesserungsvorschläge für den Leezenflow wurde von den meisten Teilnehmenden (81 Personen) eine Sekundenanzeige gewünscht. Dazu passend
wünschen sich 25 Teilnehmende gerne noch weitere alternative Anzeigeformen. 55 Menschen möchten, dass das System besser erklärt wird. Eine Verbesserung der Positionierung bzw. Sichtbarkeit des Leezenflows (niedriger/größer/heller) schlagen 34 Teilnehmende vor.

Weiterentwicklung und RollOut

Die Installation von weiteren LeezenflowGeräten befürworten 77 % der Teilnehmenden. 268 Teilnehmende nennen dazu auch konkrete
Standortvorschläge.

 

Verkehrsmessungen

In einem Bereich von ca. 20 Metern vor und nach dem Leezenflow (also ca. 13090 Meter vor dem Knotenpunkt Hörstertor) wurden vom 19. Mai 2021 bis zum 1. Juli 2021 in unterschiedlichen
Messzeiträumen insgesamt 11.225 Radfahrende als Stichprobe beobachtet. Damit diese Stichprobe ein möglichst repräsentatives Abbild des gesamten Radverkehrs auf der Promenade darstellt, wurden die Messzeiträume sowohl auf unterschiedliche Tageszeiten und Wochentage als auch vermehrt in die Hauptverkehrszeiten gelegt. Bei den Messungen wurde darauf geachtet, wie häufig der
Leezenflow genutzt wurde, ob ein Einfluss auf das Fahrverhalten zu beobachten war und falls ja, wie das Fahrverhalten geändert wurde. Den kompleten Bericht finden Sie hier.

 

Zusammenfassung

Das Leezenflow-Projekt ist ein Pilotprojekt an der Schnittstelle von innovativer Technik und nachhaltiger Mobilität und verfolgt mehrere Ziele. In erster Linie soll Leezenflow den Radverkehrsfluss verbessern. Dies ist bereits mit dem ersten Prototyp gelungen: der Radfahrkomfort wurde nachweislich gesteigert. Zudem ist Leezenflow neben der beobachteten positiven verkehrlichen Wirkung sowohl ein wertschätzendes als auch wertgeschätztes Komfortangebot für Radfahrende. Leezenflow ist somit als werbende Maßnahme für den Radverkehr zu verstehen: Die Stadt Münster steigert den Radfahrkomfort durch Innovationen und lädt dadurch verstärkt zum Radfahren ein. Zur Projektseite Leezenflow

 

Open Source

Zusätzlich ist auch die komplette Bauanleitung des Leezenflows im Internet frei verfügbar. Wir freuen uns über Nachahmerinnen und Nachahmer und stehen für Fragen gerne zur Verfügung!

Thermografiebefliegung: Wärmebilder liegen vor

Klimaschutz aus der Luft: In zwei kalten Januarnächten des vergangenen Jahres hatte ein „Thermoflieger“ im Auftrag der Stadt mit einer Spezialkamera Wärmebilder von fast 120.000 münsterschen Dachflächen aufgenommen. Die so sichtbar gemachten Oberflächentemperaturen weisen die Qualität der jeweiligen Dachisolierung aus und können Hauseigentümer:innen wertvolle Hinweise auf Einsparpotenziale und mögliche Energielecks geben.

 

Wärmebilder können im Webportal heruntergeladen werden

Die Ergebnisse wurden nun in einem eigens für die münstersche Thermografiebefliegung erstellten Webportal gelistet und stehen allen Immobilienbesitzer:innen zum Herunterladen bereit: https://www.thermodatenabruf-muenster.de

Thermodaten-Abruf: Nach Eingabe der persönlichen Zugangsdaten kann das Wärmebild heruntergeladen werden.

 

Post von der Stadt Münster …

Über 41.500 Eigentümer:innen erhalten deshalb in den kommenden Wochen Post von der Stadt – enthalten ist ein individueller Zugriffscode für die eigene Gebäudebewertung, außerdem ein Angebot zur kostenfreien Energieberatung.

Oberbürgermeister Markus Lewe, Stadtbaurat Robin Denstorff und Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck (v. l. n. r.) freuen sich, dass nun 41.511 Eigentümer:innen ihre Thermobilder herunterladen können. Foto: Stadt Münster / Michael Möller

Kostenfreie Einstiegs-Energieberatungen

Mit der Thermografieaufnahme und einer dazugehörigen Interpretationshilfe bekommen die Eigentümer:innen einen ersten Eindruck, ob eine energetische Sanierung für ihr Haus sinnvoll sein kann. Da die Stadt Münster von einem großen Interesse und erheblichen Beratungsbedarf ausgeht, wird zur Entzerrung die Post in vier Intervallen ab dem 24. Januar verschickt.

Um möglichst viele Termine anzubieten, wurde das bereits vorhandene Beratungskontingent deutlich aufgestockt. Aufgrund der zeitlichen gestaffelten Anschreiben braucht sich jedoch niemand sorgen, Fördermittel zu verpassen oder durch einen späteren Beratungstermin benachteiligt zu sein.

Schön wäre es, wenn möglichst viele das kostenfreie Einstiegs-Energieberatungsangebot der Stadt Münster nutzen und in der Folge ihr Haus sanieren. Denn nur gemeinsam können wir das Ziel der Klimaneutralität erreichen.

Informationen zum Projekt: smartcity.ms/thermografiebefliegung/ und stadt-muenster.de/thermografiebefliegung:

Zur Pressemeldung: https://www.muenster.de/pressemeldungen/web/frontend/output/ms-startseite/design/standard/page/1/show/1092449

Bürgerumfrage 2021 mit Smart City

Schwerpunkte der Bürgerumfrage 2021 sind Fragen zur Innenstadt, Wohnen und Smart City Münster.

Die Stadt Münster setzt auf die Meinung der Bürgerinnen und Bürger: Wie gefällt Ihnen die Innenstadt von Münster? Können Sie sich vorstellen, im Alter aus einer großen in eine kleinere Wohnung umzuziehen? Wie wichtig finden Sie den Einsatz von Digitalisierung für eine zukunftsfähige, nachhaltige Stadtentwicklung hin zur Smart City?

Diese und weitere Fragen stellt die Bürgerumfrage 2021. Über 10 000 Fragebögen werden in diesen Tagen an zufällig ausgewählte Personen verschickt. Oberbürgermeister Markus Lewe hofft auf einen hohen Rücklauf, dienen die Ergebnisse der Umfrage doch der Gestaltung der Lebensbedingungen in der Stadt. Insbesondere die Innenstadt steht vor vielfältigen Herausforderungen.

Die Umfrage kann auf zwei Wegen beantwortet werden. Zum einen schriftlich und auf dem Postweg, zum anderen mit einem individuellen Online-Code am PC oder Smartphone.

Die Teilnahme an der Bürgerumfrage ist freiwillig. Was zählt, ist ein möglichst vollständiger Rücklauf, denn jede einzelne Antwort erhöht die Aussagekraft dieser Umfrage. Alle Beiträge werden anonym ausgewertet und anschließend für Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit aufbereitet.

Ausführliche Informationen gibt es in der Pressemeldung der Stadt Münster.