Stadt Münster wird Mitglied bei Civitas Connect e.V.

In einer smarten Stadt werden gemeinschaftlich Lösungen für alltägliche Herausforderungen entwickelt. Die Bereiche Mobilität und Energie sowie die Ver- und Entsorgung von Wasser sind dabei zentrale Themen, in denen Handlungsbedarf aber auch Lösungspotenziale bestehen. Netzbetreiber sind zumeist die Stadtwerke oder andere kommunale Unternehmen. Mit Civitas Connect e.V. hat sich daher im Juni diesen Jahres ein bundesweites Netzwerk aus eben diesen Akteuren gegründet, das gemeinsam Lösungen für die Fragen von Morgen entwickeln möchte. Dem Zusammenschluss gehören bislang gut 25 Unternehmen von Travemünde bis Arnsberg an. Als erster kommunaler Partner ist nun die Stadt Münster Mitglied in diesem Zusammenschluss geworden.

„Wir freuen uns, dass wir als Mitglied dieser Kooperation dazu beitragen können, praktische Lösungen für die Fragestellungen der Zukunft zu entwickeln“, freut sich Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft der Stadt Münster. „Wir möchten unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Fachämtern motivieren, aktiv in diesem Netzwerk mitzuarbeiten“, so Wolf weiter.

Der Zusammenschluss Civitas Connect setzt darauf, dass die Mitgliedsunternehmen in selbst organisierten Arbeitsgruppen gemeinsam Problemlösungen erarbeiten. Die Idee dahinter ist, dass viele Stadtwerke oder kommunale Unternehmen vor denselben Herausforderungen stehen, aber nicht jeder seine eigenen Lösungen erarbeiten und dafür Ressourcen investieren muss. Was testweise gemeinsam in Travemünde ausprobiert wird, kann in Arnsberg genauso funktionieren. Zu diesem praktischen Austausch möchte die Stadt Münster mit der Mitgliedschaft beitragen.

Die Stabsstelle Smart City Münster und mit ihr die gesamte Stadtverwaltung ist gespannt auf den gemeinsamen Austausch und die ersten Projektumsetzungen.

Auf der grünen Welle über die Promenade

Auf der grünen Welle über die Promenade

Grüne Welle-Assistent „Leezenflow“ bringt mehr Komfort und Sicherheit für Radfahrer / Stadt setzt Idee aus dem Münsterhack 2019 um / Test an einer Kreuzung kann ausgeweitet werden      

Wer kennt es nicht? Da strampelt man sich auf seiner Leeze ab, um zügig über die nächste Kreuzung zu kommen – und dann springt wenige Meter davor die Ampel auf Rot und bremst einen aus. Mit einem Grüne Welle-Assistenten will die Stadt Münster für mehr Komfort und eine höhere Verkehrssicherheit für Radfahrer sorgen. „Leezenflow“ heißt das  System, das junge Computerexperten im Jahr 2019 beim Wettbewerb „Münsterhack“ entwickelt haben und das nach Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses nun an einer Ampelkreuzung an der Promenade ausprobiert werden soll.

Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft der Stadtverwaltung, erläutert die Projektidee: „Radlerinnen und Radler erhalten per LED-Modul einige Meter vor der nächsten Ampelanlage ein Signal. Es gibt an, wie lange es dauert, bis die Ampel ihre Farbe wechselt. Fahrradfahrer können dann entscheiden, ob sie langsamer, gleichbleibend oder schneller treten müssen, um bei Grün anzukommen.“ Das System biete nicht nur mehr Komfort, sondern führe im Idealfall zu weniger Rotlichtverstößen.

Dr. Thomas Terstiege aus dem Smart City-Team verantwortet die Umsetzung des Prototypen und erklärt die technischen Details: „Wir nutzen ein in der Ampeltechnik bereits vorhandenes Signal, um Informationen über die Ampelintervalle frühzeitig weiterzugeben. Diese Übertragungstechnik soll in den nächsten Jahren EU-weit in jeder Ampel verbaut sein, um Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen zu ermöglichen.“ Andere Städte würden damit beginnen, diese Technik als sogenannte „Car-to-X-Kommunikation“ vor allem für den Pkw-Verkehr einzusetzen, in Münster wolle man sie frühzeitig für den Radverkehr nutzbar machen und damit „Bike-to-X-Kommunikation“ schaffen. „Leezenflow“ könne Grundstein für mögliche Folgeprojekte werden – wie zum Beispiel eine Grüne-Welle-App. Denn die basiere auf der gleichen Übertragungstechnik.

40 000 Euro investiert die Stadt in den Prototypen, davon sind 28000 Euro Fördermittel des Landes NRW. Aus Sicht von Michael Grimm, Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau, eine lohnende Investition: „Das sind die Kosten für die Entwicklung des Prototypen, mögliche Folgeinvestitionen für weitere Standorte liegen weit darunter.“

Bei der Ausweitung von Leezenflow baut die Stadt auf die weltweite Tech-Community. Der Bauplan wird als „open-source“-Quelltext im Internet veröffentlicht. „Dadurch erhoffen wir uns eine Weiterentwicklung des Systems durch Programmierer aus der ganzen Welt. Die Erkenntnisse helfen uns, Leezenflow noch besser zu machen“, so Grimm. Außerdem sollen Verständlichkeit und Effekt des Projekts untersucht werden. Mit diesen Erfahrungen könnte schon 2021 die Entscheidung zur weiteren Nutzung zum Beispiel für die gesamte Promenade oder die Velorouten fallen.

Wir suchen Ihre Idee für ein noch lebenswerteres Münster!

Münster durch dgitale Lösungen noch lebenswerter gestalten. Dies ist der Grund, warum die Stabsstelle Smart City den #MSHACK20 unterstützt. Gemeinsam mit dem Digital Hub münsterLAND rufen wir zum offenen Ideenwettbewerb für den vierten MÜNSTERHACK auf: https://www.muensterhack.de/

Alle Ideen werden im Vorfeld an die Teilnehmer kommuniziert, so dass gute Chancen bestehen, dass ein Team sich Ihrer Idee annimmt – natürlich gerne mit Ihrer Mithilfe. Unter allen Einreichern werden zudem Sachpreise verlost.

Sie haben eine Idee für ein noch lebenswerteres Münster der Zukunft? Dann reichen Sie Ihre Hack-Idee noch bis zum 31. August ein unter www.muensterhack.de/#ideen

STADTRADELN Münster: Smart City-Team tritt mit in die Pedale und trackt Leezendaten

Jeder Fahrrad-Kilometer zählt beim Wettbewerb STADTRADELN, an dem sich Münster erstmalig vom 5. bis 25. August  2020 beteiligt. Teilnehmen können alle Radlerinnen und Radler, die in Münster leben, arbeiten, einem Verein angehören oder eine (Hoch-)Schule besuchen. Auch das Team von Smart City Münster ist mit dabei.

„Wir begrüßen die Idee, mit der STADTRADELN-App Daten für eine Verbesserung der Radinfrastruktur in der eigenen Stadt zu sammeln und somit auch die Lebensqualität verbessern zu können“, erklärt Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City Münster. „Die Digitalisierung bietet gerade auch für die Radverkehrsplanung neue Chancen. So kann sich die Planung von einer angebotsbezogenen hin zu einer nachfrageorientierten entwickeln.“

Wer seine Strecken über die STADTRADELN-App erfassen lässt, unterstützt die Radverkehrsplanung vor Ort. Die Wege werden anonymisiert erfasst und von der Technischen Universität Dresden ausgewertet. Im Anschluss  erfahren die Münsterschen Radverkehrsplaner, welche Strecken viel genutzt werden, wo besonders schnell und wo eher langsam gefahren wird – wichtige Hinweise, die künftige Planungen beeinflussen können.

Anmelden zum Stadtradeln kann man sich online unter www.stadtradeln.de/muenster. Im dortigen Radelkalender können sich die Teams und alle Radler und Radlerinnen registrieren sowie die zurückgelegten Kilometer eintragen. Noch einfacher geht es über die Stadtradeln-App.

Aaseemonitoring jetzt auch digital: Intelligente Sensoren messen Wasserqualität

Münsters Aasee ist der größte Naherholungsraum im Stadtgebiet. Als im Hitzesommer 2018 der Sauerstoffgehalt des Sees auch aufgrund stetig hoher Temperaturen und ausbleibenden Niederschlags stark sank, kam es zu einem großen Fischsterben.

Als Michael Hermes auf seinem Arbeitsweg nach Münster Zeuge des Fischsterbens wurde, stellte er sich die Frage, ob bei der Lösung dieses Problems entsprechende Sensorik, also kontinuierliche Messungen spezifischer Daten, hilfreich sein könnte. Hermes bringt seine Idee im September 2018 in den „Münsterhack“ ein. Bei der Zusammenkunft von Münsters Tech-Szene wird in einem kleinen Team die Idee „Hack-a-Tonne“ geboren. Dabei handelt es sich um eine Messtonne, die, ausgestattet mit „LoRaWAN“-Sensoren (Long Range Wide Area Network), an unterschiedlichen Stellen auf dem Aasee befestigt wird und 24 Stunden Umweltdaten zur Gewässeranalytik sendet.

„LoRaWAN“ wird besonders im Umweltbereich eingesetzt, weil die Datenübermittlung sehr energiesparend ist und die Reichweite der Übertragung mehrere Kilometer betragen kann. Ergänzt wird das digitale System durch analoge Messungen, die vom Umweltamt der Stadt Münster bereits seit Mitte der 1990er Jahre vorgenommen werden.

Die Wasserqualität des Sees ist längst wieder hergestellt und der Fischbestand hat sich erholt. “Gerade weil der Aasee für alle Münsteraner einen besonderen Wert hat, haben wir uns gefreut, eine Projektidee aus der Bürgerschaft in das gesamte Handlungskonzept Aasee integrieren zu können”, freut sich Berthold Reloe vom Amt für Mobilität und Tiefbau. Der Einsatz von „LoRaWAN“ biete für die Stadt Münster die Chance, die Technik in einer echten Anwendung zu testen und dann möglicherweise auch für andere Bereiche vorzusehen.

Insbesondere vor dem Hintergrund einer „Smart City“, der Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter, bieten sich in der Stadtentwässerung zahlreiche Möglichkeiten, digitale Lösungen einzusetzen. Neben der Überwachung der Qualität des Aasees gibt es auch im Bereich Starkregen- und Hochwassermanagement oder der Bewirtschaftung von Kanalnetzen und Bauwerken weitere Anwendungsfelder. „Mithilfe von digitalen Maßnahmen die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern, ist ein Grundprinzip der Smart City“, erklärt Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City Münster.

Der „Münsterhack“ wird seit 2017 jährlich vom „Digital Hub münsterLAND“ in Kooperation mit der items GmbH veranstaltet. Der nächste Hackathon findet am 25. und 26. September statt. Gemeinsam mit der Stabsstelle Smart City rufen die Organisatoren zum Ideen-Wettbewerb bis zum 31. August auf: Ideen können unter https://www.muensterhack.de/#ideen eingereicht werden.

Hier geht es zur Original-Pressemeldung der Stadt.

Intelligente Beleuchtung an Münsters Kanalpromenade

Die Kanalpromenade soll für Fahrradfahrende komfortabler und sicherer werden. Auf einer Teststrecke hat die Stadt Münster in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Münster hierfür bereits eine sogenannte intelligente Beleuchtung installiert. Um erste Einschätzungen der Nutzerinnen und Nutzer zu erfragen, führte das Amt für Mobilität und Tiefbau mit wissenschaftlicher Unterstützung der FH Münster vor Ort und online eine Befragung durch. 570 Personen folgten dem Aufruf der Stadt Münster und nahmen an der Umfrage teil.Ziel war es, die Meinung der Nutzenden in Erfahrung zu bringen und die gewonnenen Erkenntnisse in die Umsetzung vor Ort sowie in weitere Planungen einzubeziehen.

Intelligente Beleuchtung wird positiv bewertet / Positiveres Sicherheitsempfinen / Smarte Beleuchtung auch an weiteren Stellen in Münster sinnvoll

Ein Großteil der Befragten fährt die Strecke täglich oder mehrmals pro Woche. Insgesamt bewerten sie die neue Beleuchtung sehr positiv. Es handelt sich nicht um eine herkömmliche, sondern um eine sogenannte adaptive Beleuchtung. Sensoren sorgen dafür, dass die Beleuchtung erst dann von zehn auf 100 Prozent ihrer Helligkeit schaltet, wenn sich Verkehrsteilnehmende nähern. Die Teilnehmenden, denen die Funktionsweise auffiel, beurteilen diese “Reaktionszeit” als angemessen. Auch die Dauer der Beleuchtung wird weitgehend als passend erachtet. Die meisten Teilnehmenden vergeben zudem gute Noten für die Ausleuchtung des direkten Umfeldes, für die Sichtweite sowie die Lichtfarbe. Rund ein Viertel der Befragten gibt an, die Kanalpromenade aufgrund der neuen Beleuchtung nun häufiger im Dunkeln nutzen zu wollen, da sich ihr persönliches Sicherheitsempfinden durch die smarte Beleuchtung deutlich zum Positiven verändert habe.

Insgesamt stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der neuen Beleuchtung ein gutes Zeugnis aus. Ein Großteil der Befragten hält eine solche Beleuchtung an anderen Stellen im Stadtgebiet für sinnvoll.

Hier geht es zur Original-Pressemeldung, weitere Informationen zur adaptiven Beleuchtung an der Kanalpromenade finden Sie hier: https://www.stadt-muenster.de/verkehrsplanung/mit-dem-rad/kanalpromenade.html