Leezenflow

Leezenflow im Test

Seit dem 17. Mai 2021 wird der Leezenflow an der Kreuzung Hörstertor auf Münsters Promenade getestet. Verbunden mit der Installation beginnt eine wissenschaftliche Evaluation – inklusive Online-Bürger-Umfrage, um Aussagen darüber treffen zu können, inwiefern Leezenflow den Radverkehrsfluss verbessert, die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtig und die Radfahrer:innen mit dem Prototypen zufrieden sind. Wenn Leezenflow den Radfahrkomfort erhöht, plant die Stadt Münster weitere Geräte an andere Ampelkreuzungen anzubringen.

Online-Umfrage ist beendet …

546 Bürger:innen haben an der Online-Umfrage teilgenommen – ein tolles Ergebnis! Unter allen Teilnehmer:innen verloste das Institut für Verkehrswissenschaften der WWU attaktive Münster-Preise. Student Malte holte seinen Gewinn persönlich ab und freute sich: “Mein Bruder teilte mir mit, dass auf der Promenade ein cooles neues Gerät zur Verbesserung des Radverkehrs getetestet wird. Daraufhin bin ich direkt auf’s Rad, hab den Leezenflow getestet und anschließend an der Umfrage teilgenommen. Leezenflow ist wirklich super, finde ich. Hoffentlich gibt es bald mehr davon in Münster.”

Preisübergabe am Leezenflow: 546 Bürger:innen haben an der Online-Umfrage teilgenommen!

… Evaluation geht noch weiter!

Die Online-Umfrage ist abgeschlossen, die Evaluation der WWU geht aber noch weiter. Aus Evaluationszwecken kann es daher sein, dass der Leezenflow bis Anfang Juli immer mal wieder ausgeschaltet wird! Ende August werden voraussichtlich die Gesamtergebnisse präsentiert.

Leezenflow an der Promenade in Münster

 

FAQs Leezenflow-Testphase

Wie funktioniert der Leezenflow?

Der Grüne-Welle-Assistent zeigt die Dauer der aktuellen Ampelphase an. Was bedeutet das? Die abnehmenden grünen und roten Farbverläufe zeigen die noch verbleibende Zeit bis zur nächsten Ampelphase an. So kann jede Radfahrerin und jeder Radfahrer sein Fahrverhalten individuell für eine komfortablere Fahrt anpassen.

Was bedeuten die Farben rot und grün? Was bedeutet der Farbverlauf?

Leezenflow ist ein Grüne-Welle-Assistent, der die aktuelle Ampelphase anzeigt: “Grün” bedeutet, die Fahrradampel ist zurzeit grün. “Rot” heißt, die Fahrradampel ist zurzeit rot. Das Farbfeld verändert sich dynamisch mit der Länge der Ampelphase. Ein volles Farbfeld “grün” bedeutet also: Die Ampel ist gerade grün geworden. Ein kleiner Strich “grün” bedeutet: Die Ampel wird bald rot. Der Farbverlauf nimmt entsprechend der Länge der aktuellen Ampelphase ab.

Wird meine Radfahr-Geschwindigkeit gemessen?

Nein, die Geschwindigkeit wird nicht erfasst. Das ist bei der Menge der Radfahrerinnen und Radfahrer dort auch technisch nur sehr schwierig (wenn überhaupt) machbar. Leezenflow hilt bei der individuellen Entscheidungsfindung: Ich weiß, wann die Ampel umspringt und kann selber entscheiden, ob ich noch kräftig in die Pedale trete oder doch lieber gemütlich die nächste Grünphase mitnehme.

Wie schnell muss ich fahren?

Leezenflow gibt nur Informationen darüber, wann die Ampel umschaltet. Mit dieser Information kann die Fahrtgeschwindigkeit individuell angepasst werden. Manche schaffen es noch bei Grün, wenn sie ordentlich in die Pedale treten, andere bleiben lieber entspannt und rollen gemütlich über die nächste Grünphase.

Warum werden keine Sekunden angezeigt?

Eine Visualisierung mit Sekundenanzeige liegt zuerst nahe. Aus folgenden zwei Hauptgründen haben wir uns in der Testphase dennoch dagegen entschieden:

1. Die Ampelschaltung ist dynamisch und teilweise nicht vorhersagbar. Zum Beispiel können Busse die Ampelschaltung beeinflussen. So kann es zu spontanen, nicht vorhersagbaren Änderungen in der Dauer der aktuellen Ampelphase kommen. Die Sekundenanzeige würde dann große Sprünge machen oder scheinbar stehen bleiben. Die aktuelle Visualisierung fängt diese Sprünge flexibel ab, mit dem Ziel, Radfahrerinnen und Radfahrer nicht zu verwirren.

2. Menschen haben sehr unterschiedliche Zeitwahrnehmungen. Unter anderem können wir objektiv gemessene Zeitspannen nicht verlässlich abschätzen (hier ein erster Einblick in die Wissenschaft der Zeitwahrnehmung und hier etwas mehr Details). Deswegen ist es fraglich, ob eine objektive Sekundenanzeige für Menschen tatsächlich eine kognitiv einfach verarbeitbare Visualisierung ist. Durch eine Sekundenanzeige auf dem Leezenflow befürchten wir deshalb, dass Radfahrerinnen und Radfahrer die begrenzte Ressource Aufmerksamkeit vermehrt auf das (nicht intuitive) Sekundenzählen verschieben anstatt sich auf den Verkehr zu konzentrieren.

Für alle, die trotzdem Sekunden zählen wollen, hier ein Tipp für die Umrechnung des Farbbalkens: Die Fahrradampel am Hörstertor ist ca. 60 Sekunden lang grün und ca. 30 Sekunden lang rot. Das macht sie übrigens zur Ampel mit der längsten Grünphase für Fahrräder in ganz Münster.

Wo finde ich den Quelltext?

Die Bauanleitung des Leezenflows wird in Kürze komplett zum (nicht-kommerziellen) Nachbau für alle verfügbar sein. Bitte haben Sie noch etwas Geduld bis zur Veröffentlichung. Zurzeit sind wir dabei, Leezenflow in der ersten Testphase zu optimieren. Ein Link zum Quelltext wird auf dieser Seite zu finden sein.

Wer führt die Online-Umfrage durch?

Die Online-Umfrage ist Teil einer wissenschaftlichen Evaluation durch die Universität Münster, die klären soll, ob der Leezenflow das hält, was er verspricht: Einen verbesserten Radverkehrsfluss und eine erhöhte Radverkehrssicherheit. Wenn Leezenflow den Radfahrkomfort erhöht, plant die Stadt Münster weitere Geräte an andere Ampelkreuzungen anzubringen.

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Leezenflow: Grüne-Welle-Assistent für den Radverkehr (Projektbeschreibung)

Angenommen man fährt mit dem Fahrrad auf eine Ampel zu und weiß, wann sie umschaltet. So kann man seine Geschwindigkeit anpassen, um komfortabel und im „Flow“ bei Grün durchzufahren. Das ist die Idee hinter dem Grüne-Welle-Assistent Leezenflow: Auf einer digitalen Anzeige sieht man anhand des Farbverlaufs bereits mehrere Meter vor der nächsten Straßenkreuzung, wie lange die aktuelle Ampelphase noch andauert. Dadurch kann jede/r Radfahrer:in die Geschwindigkeit individuell anpassen und kommt flüssiger und sicherer ans Ziel. Der Leezenflow ist mit der jeweiligen Fahrradampel verbunden und ändert die Länge des Farbverlaufs dynamisch. Das System bietet nicht nur mehr Komfort, sondern führt im Idealfall zu weniger Rotlichtverstößen.

Leezenflow ist jetzt auch als Projekt im Smart City Navigator des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie veröffentlicht: https://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Smart-City-Navigator/Projekte/leezenflow.html

Farbverlauf des Leezenflow / Animation: (C) Magdalena Schmitz & Leonie Winkelmann

 

Preisverdächtig

Preisverleihung MSHACK20, Quelle: Sputnik GmbH

Leezenflow gewinnt den Zuschauerpreis beim Münsterhack 2019 und wird im September 2020 im Rahmen des MSHack 2020 mit dem Nachgeha(c)kt-Preis ausgezeichnet. Das Projekt geht voraussichtlich im Frühjahr 2021 an den Start.

 

Bike-to-X-Kommunikation im Leezenflow

Damit die Idee Leezenflow in die Umsetzung kommt, kümmern sich bCyber UG in Kooperation mit Code for Münster um die Programmierung. Sie nutzen ein in der Ampeltechnik bereits vorhandenes Signal, um Informationen über die Ampelintervalle frühzeitig weiterzugeben. Diese Übertragungstechnik soll in den nächsten Jahren EU-weit in jeder Ampel verbaut sein, um Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen zu ermöglichen. Andere Städte beginnen damit, diese Technik als sogenannte „Car-to-X-Kommunikation“ vor allem für den Pkw-Verkehr einzusetzen. In Münster möchte die Stabsstelle Smart City diese frühzeitig für den Radverkehr nutzbar machen und damit „Bike-to-X-Kommunikation“ schaffen. Somit kann das münstersche Smart City-Projekt Leezenflow der Grundstein für mögliche Folgeprojekte werden – wie zum Beispiel eine Grüne-Welle-App, die auf der gleichen Übertragungstechnik basiert.

 

Kollaboratives Projekt

Bei dem Projekt Leezenflow arbeitet die Stabsstelle Smart City Münster zusammen mit dem Amt für Mobilität und Tiefbau (Fachstelle Verkehrsmanagement und Smart Mobility), dem Stadtplanungsamt (Fachstelle Baudenkmalschutz und -pflege), der Fachhochschule Münster (Münster School of Design) sowie bCyber UG und Code for Münster.

Wussten Sie schon?

Leezenflow wird komplett zum Nachbauen veröffentlicht, inkl. Dokumentation und Evaluation: Die Idee Leezenflow stammt aus dem Münsterhack 2019 und wurde gemeinsam von Mitgliedern des Hackathon-Teams in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster weiterentwickelt. Die Programmierung übernehmen die bCyber UG sowie Code for Münster. Das Design Leezenflow haben die beiden Studentinnen Magdalena Schmitz und Leonie Winkelmann im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Fachhochschule Münster entwickelt.

Smart City-Dashboard

Daten sind die Basis für eine nachhaltige integrierte Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter. Doch welche Daten sind relevant für eine Smart City? Eine Auswahl von Echzeitdaten aus Münster, die für eine nachhaltige Stadtentwicklung interessant sind, werden nun auf dem Smart City-Dashboard visualisiert: Fahrradzählstationen, Parkhäuser, Passantenfrequenzen sowie Umweltdaten von der Smart City senseBox und dem Aaseemonitoring werden dargestellt.

 

Echzeitdaten

Das Smart City-Dashboard ist ein Informationsangebot der Stabsstelle Smart City Münster, angesiedelt im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft der Stadt Münster. Echtzeitdaten, die in unterschiedlichen Themenbereichen der Stadtentwicklung durch die Stadt Münster und ihre Partner erhoben werden, werden hier dargestellt. Interaktive Zeitreihen erlauben erste Analysen der Daten.

Das Dashboard und das entsprechende Sensorennetzwerk sollen schrittweise weiter ausgebaut werden. Mit diesen Live-Daten kann künftig ein Überblick zum Beispiel über Luftqualität, Bodenfeuchte und andere Umweltdaten sowie Mobilitätsangebote gegeben werden. Auf Basis von Echtzeitdaten und interaktiven Zeitreihen lässt sich beispielsweise die Wirksamkeit von Maßnahmen im Stadtraum analysieren.

 

Open Data, Open Source

Die interaktive Kartendarstellung gibt Informationen über die jeweiligen Orte der Datensammlung. Informationen und Ansprechpartner zu den einzelnen Themen findet man bei einem Klick auf “Über die Daten” bei der jeweiligen Themenkachel. Alle Daten sind als Offene Daten (Open Data) auch über das Open-Data-Portal der Stadt Münster für andere Zwecke verfügbar.

Die Software des Dashboards wurde von der münsterschen Firma re:edu entwickelt und ist als Freie Software (Open Source) zur Adaption, Verbesserung und Verbreitung frei verfügbar: Quelltext des Frontends, Quelltext des Backends

 

Wussten Sie schon?

In der Stadt der Zukunft spielen Daten eine zentrale Rolle: Digitalisierung betrifft Kommunen in allen Bereichen. Die digitale Transformation verändert unsere Mobilität, unsere Art zu arbeiten, zu wohnen und zu leben, unsere Freizeit, unseren Konsum sowie unsere Kommunikation. Daten bilden das Fundament und sind zudem Treiber dieser Transformation. Wie werden die Daten gesammelt und welche Daten sind für eine nachhaltige Stadtentwicklung wichtig? Im Rahmen unserer Smart City-Projekte sammeln wir unterschiedliche Daten für die Stadtentwicklung, auf dem Smart City-Dashboard visualisieren wir eine Auswahl dieser Offenen Daten.

Smart City Reallabor

Parkplatz Nieberdingstraße wird Probierfeld für Smart-City-Technik: Stadt und Stadtwerke bauen Reallabor auf

„Smart-City-Reallabor Nieberding“ heißt es ab sofort an der Kanalbrücke Albersloher Weg. Stadt Münster und Stadtwerke Münster testen am dortigen P+R-Parkplatz verschiedene Sensoren, Anzeigen und Technologien, die später in Quartieren und Mobilstationen zum Einsatz kommen könnten, um Fahrgästen den Umstieg auf den klimafreundlichen Nahverkehr zu erleichtern und Quartiersbewohner:innen das Leben bequemer zu machen. Den Auftrag, den Park&Ride-Platz zu einem Reallabor „Smarte Mobilstation“ zu entwickeln, hatte der Rat der Stadt Münster im März 2021 gegeben.

„Den Test machen wir ganz bewusst in aller Öffentlichkeit: Im Reallabor sollen innovative Smart-City-Anwendungen unter realen Bedingungen erprobt werden. Der Testraum schafft Transparenz und liefert wesentliche Erkenntnisse auf dem weiteren Weg zur Smart City“, sagt Stadtbaurat Robin Denstorff. „Was überzeugt, übernehmen wir in den Standard für Stadt- und Mobilitätsplanung.“

 

Mobilstation und mehr

Erste Anwendung: Sensoren, die die Verfügbarkeit der Parkplätze erfassen

Als erste Smart-City-Anwendung installieren Stadt und Stadtwerke Sensoren, die erfassen, ob Parkplätze frei oder belegt sind. „Für eine moderne Mobilstation ist das ein Muss. Wer mit dem Auto von außerhalb kommt, kann sich so gleich zu einem freien Parkplatz außerhalb der Innenstadt navigieren lassen und dort auf den Bus umsteigen“, erklärt Frank Gäfgen den praktischen Nutzen des Systems. E-Ladesäulen gehören ebenfalls zum Umfang der Mobilstation. Erstmals soll auch eine vollständig barrierefreie Ladesäule installiert werden. Außerdem soll es dort weitere Stellplätze für Carsharing-Anbieter sowie eine Abstellfläche für Leihroller oder -räder geben. Fahrräder könnten dann unter einem großen Photovoltaikmodul abgestellt werden, das die Leezen vor Regen schützt und gleichzeitig Ökostrom erzeugt.

Welche Anwendungen sind noch geplant?

Im Smart-City-Reallabor sollen aber nicht nur Anwendungen für Mobilstationen getestet werden, sondern verschiedene Lösungen, die Münster bei der Entwicklung zur lebenswerten und resilienten Stadt der Zukunft unterstützen soll.

Dieser Sensor misst die Bodenfeuchte.

So können Sensoren die Bodenfeuchtigkeit überwachen und damit im Winter vor Glatteis warnen und im Sommer für ausrechende Bewässerung der Bäume sorgen. Auch die Müllbehälter können ihren Füllstand automatisch an die Abfallwirtschaftsbetriebe melden.

LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Münster

Für die Datenübertragung kommt das Stadtwerke-eigene LoRaWAN-Netz zum Einsatz. „Wir haben diese wichtige Infrastruktur für die Smart-City-Anwendungen in den letzten Jahren aufgebaut und decken damit fast das ganze Stadtgebiet ab. Vorteile sind der geringe Energieverbrauch und die große Reichweite, weil wir wie hier nur kleine Datenmengen übertragen müssen“, so Frank Gäfgen.

 

Vorbereitung für neue Quartiere

Auch eine neue Generation Straßenlaternen wird im Smart-City-Reallabor auf die Probe gestellt. „Sie sollen nicht nur Licht – natürlich aus energiesparenden LED – spenden, sondern können auch als WLAN-Hotspot dienen oder anzeigen, ob eine nahegelegene E-Ladestation frei ist“, so Robin Denstorff. „Zum Einsatz könnten diese zum Beispiel in den Quartieren York und Oxford in Gremmendorf und Gievenbeck kommen.“

Installiert werden die verschiedenen Anwendungen sukzessive über die kommenden Monate, die Überwachung und Auswertung erfolgt laufend durch ein gemeinsames Projektteam der Stadtwerke und der Smart-City-Stabsstelle der Stadt. Interessierte können die Daten des Reallabors künftig in Echtzeit über online abrufen.

 

Das Smart City Reallabor Nieberding ist ein Gemeinschaftsprojekt von

 

 

Wussten Sie schon?

Die Übermittlung der Daten via LoRaWAN ist sehr energieeffizient, da nur sehr kleine Datenmengen übermittelt werden. So können sich Systeme automatisch in den “Schlafmodus” schalten, wenn keine Datenübermittlung stattfindet.

Fahrradnetz 2.0 Münster

Ein zusammenhängendes Fahrradnetz mit Qualität

Münster ist ohne Frage eine Stadt, in der viele Wege mit dem Rad erledigt werden. Erklärtes Ziel ist es, noch mehr Menschen für dieses Verkehrsmittel zu begeistern und Radfahren sicher und komfortabel zu machen. Um die Infrastruktur hieran anzupassen, erarbeitet die Stadt Münster zurzeit ein lückenloses und systematisches Fahrradnetz 2.0, das Schritt für Schritt umgesetzt werden soll. Damit wird eine konzeptionelle Grundlage geschaffen, mit der die Radwege bedarfsgerecht und modern ausgebaut werden können.

Daten für die smarte Fahrradstadt 2.0 – Mehrmals um die Welt für Münsters Radwege

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Daten wurden 2021 mit der Aktion “Dein AppGrade für Münsters Fahrradwege” erstmalig mithilfe der Münsteraner Fahrradfahrer:innen Daten von Alltagswegen für den Ausbau des Fahrradnetzes 2.0 Münster erhoben.

Bei der Aktion sind das städtische Fahrradbüro mit Unterstützung der Stabsstelle Smart City neue, digitale Wege gegangen: Alle Bürger:innen waren vom 12. April bis zum 9. Mai 2021 eingeladen, die Fahrradnetz-Planung zu unterstützen, indem sie sich die App Naviki herunterladen und ihre Alltagswege aufzeichnen.

Heatmap bildet aufgezeichnete Wege ab

Wenn möglichst viele Menschen mitmachen, wird sichtbar, welche Wege die Bürger:innen in der Realität nutzen. Bei der Aktion geht es nicht darum, besser zu sein als jemand anderes. Jeder noch so kurze oder lange Weg zählt. Viele individuelle Wege ergeben am Ende ein aussagekräftiges Gesamtbild für die zukünftige Fahrradnetzplanung in Münster.

Über 2000 Menschen beteiligten sich mit fast 23 000 Einzelwegen an der Kampagne. Insgesamt kamen so bei dem Tracking über 160 000 Kilometer zusammen. Das ist mehr als vier Mal um die Welt. Eine ganze Menge Daten, die die Planer:innen nun auswerten können. Details finden Sie in unserer News vom 14.05.2021.

Die Heatmap bildet alle während der Aktion aufgezeichneten Wege ab. Je intensiver das Rot, desto häufiger nutzten die Teilnehmer:innen die jeweiligen Strecken. Foto: Stadt Münster

Wozu wurden die Daten gesammelt?

Die Planer:innen erhalten so wichtige Informationen. Zum Beispiel, welche Wege oder Straßen in Münster besonders häufig mit dem Fahrrad genutzt und welche Verbindungsstrecken bevorzugt werden. Natürlich werden bereits einige Möglichkeiten genutzt, um an solche Daten zu kommen – etwa mit Hilfe der Fahrradzählstellen.

Fahrradzählstation am Kreisverkehr in Münster. Foto: Smart City Münster

Über diese punktuellen Auswertungsmöglichkeiten hinaus werden die Daten aus der App aber ein noch umfangreicheres und zusammenhängenderes Bild liefern.

Fahrradnetz-Planung: Ein hierarchisches und zusammenhängendes Fahrradnetz für Münster

Münster hat im Vergleich zu allen Großstädten Deutschlands den höchsten Fahrradverkehrsanteil – rund 43 % aller Wege werden mit dem Rad zurückgelegt. Gerade in den vergangenen Jahren hat die Stadt Münster viel für den Radverkehr getan und zum Beispiel mit der Umgestaltung der Fahrradstraßen nach den politisch beschlossenen Qualitätsstandards neue Maßstäbe gesetzt. Gleichzeitig besteht weiter Handlungsbedarf. Es gilt, die Fahrradinfrastruktur entsprechend der wachsenden Nachfrage und Ansprüche zu erweitern, denn viele Radwege sind zu eng und haben eine schlechte Oberfläche. Dies schränkt sicheres Fahren sowie den Verkehrsfluss ein und bietet Radfahrenden wenig Komfort.

Um das Radfahren auf ein neues Niveau zu heben, entwickelt das Amt für Mobilität und Tiefbau zusammen mit dem Beratungsunternehmen Rambøll und der Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz GbR das neue Fahrradnetz 2.0 – mit einer lückenlosen Fahrradinfrastruktur und mehr Platz für Fahrräder. Grundlage hiefür ist die im Februar 2020 beschlossene Vorlage: Vorlage V/1186/2019: Fahrradnetz-Planung: ein hierarchisches, zusammenhängendes Fahrradnetz für Münster erarbeiten

Ziel der Netzplanung ist der einfache, komfortable und sichere Fahrradverkehr von Tür zu Tür, der in das städtische Gesamtverkehrsnetz integriert ist. Dabei steht nicht der einzelne Radweg im Fokus, sondern das Fahrradnetz als Ganzes. Vom Kfz-Straßennetz ist das bekannt. Da gibt es auch eine Unterscheidung der Straßen je nach Funktion: Hauptstraßen, Nebenstraßen, Erschließungsstraßen. Eine solche Routenabstufung mit entsprechenden Qualitäten entwickelt die Stadt Münster mit der Netzplanung auch für den Radverkehr.

Die Netzplanung versteht sich als systematisches Vorgehen, das im Rahmen einer Bestandserfassung und -analyse Mängel und Defizite identifiziert und anschließend einen Fahrplan für die Zukunft festlegt: Welche Maßnahmen sind mit welcher Priorität umzusetzen, um Schritt für Schritt ein zukunftsfähiges Fahrradnetz zu erhalten?

 

Wussten Sie schon?

Die Stadt Münster schreitet bei der Fahrradnetzplanung neue Wege ein: Denn bislang wurde das Netzplansystem – eine Routenabstufung mit entsprechenden Qualitäten – überwiegend in der Kfz-Straßennetzplanung eingesetzt. Die Stadt Münster überträgt diese Idee im Rahmen von Fahrradnetz 2.0 nun erstmalig auch auf den Radverkehr bzw. die Radverkehrsplanung!

Thermografiebefliegung

Die Stadt Münster hat Klimaneutralität möglichst bis zum Jahr 2030 beschlossen. Um diesem ambitionierten Klimaschutzziel einen Schritt näher zu kommen, beschloss der Rat im Jahr 2019 die Durchführung einer Thermografiebefliegung im gesamten Stadtgebiet. Die Befliegung soll allen Hauseigentümerinnen und -eigentümern in Münster einen ersten Eindruck über den Zustand der Isolierung des eigenen Dachs bieten und Wärmelecks aufdecken. Im Januar 2021 fanden die drei Befliegungen statt. Die Propellermaschiene PH-MAS überflog am 22.01. und am 30./31.01.2021 das Stadtgebiet von Münster und nahm mit einer Spezialkamera Wärmebilder von der Dachlandschaft sowie vom Fernwärmenetz auf. Ursprünglich sollte die Thermografiebefliegung bereits im Frühjahr 2020 starten, musste jedoch leider aufgrund unpassender Witterungsbedingungen sowie der damals aktuellen Corona-Vorgaben verschoben werden.

“Klimaschutz aus der Luft – Thermografiebefliegung Münster” – Phase 1 abgeschlossen

“Alle drei Flüge waren erfolgreich, so dass Phase eins des Projekts abgeschlossen ist”, resümiert Stadtbaurat Robin Denstorff. “Im nächsten Schritt werden die Daten ausgewertet und voraussichtlich im Spätsommer 2021 die Hauseigentümer und Hauseigentümerinnen angeschrieben. Auf Basis der Wärmebilder kann man sich von der Koordinierungsstelle für Klima und Energie (KLENKO) der Stadt Münster und der Verbraucherzentrale beraten lassen.”

Projektziel

Ziel der Thermografiebefliegung ist es, die Stadtbevölkerung für energetische Fragestellungen zu sensibilisieren, die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer über Möglichkeiten der Energieeinsparung zu beraten und sie bei der Umsetzung von Maßnahmen zu unterstützen. Langfristig sollen so Energie- und Heizkosten gesenkt werden. Ebenfalls abgedeckt werden bei der Befliegung die Fernwärmeleitungen der Stadtnetze Münster. Somit ist die Thermografiebefliegung Klimaschutz aus der Luft.

Pressekonferenz Februar 2020 (v.l.): Georg Reinhardt (Stadt MS), Sebastian Jurczyk (Stadtwerke MS), Nicole Hildebrand, Stadtbaurat Robn Denstorff, Dr. André Wolf (Stadt MS) // Quelle: Amt für Kommunikation Stadt Münster

Die Thermografiebefliegung ist ein Smart City Münster-Pilotprojekt, welches moderne und digitale Technologien im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung nutzt: Durch intelligente Vernetzung von Systemen und Menschen können Kosten reduziert, Ressourcen gespart und eine effektivere Steuerung der Stadt realisiert werden. Die Stabsstelle Smart City Münster arbeitet hierbei mit dem Vermessungs- und Katasteramt, der KLENKO sowie Stadtnetze Münster eng zusammen.

 

Fragen zum Projekt / FAQs

Wenn eine Thermografiebefliegung durchgeführt wird, stellen die Bürgerinnen und Bürger erfahrungsgemäß viele berechtigte Fragen – nicht erst, wenn es später am Abend über den Dächern brummt. Auf der städtischen Internetseite haben wir daher einige Fragen zum Projekt zusammengestellt.

 

Thermografiebefliegung aktuell

In unserer Rubrik “Aktuelle Beiträge” und auf Twitter berichten wir über den aktuellen Stand der Befliegung:

 

Die Befliegung

PH-MAS am FMO 22.01.21

Die Befliegung fand am 22. und 30./31. Januar 2021 statt. Die Entscheidung über den genauen Zeitpunkt der Befliegung fiel aufgrund der besonderen meteorologischen Bedingungen jeweils kurzfristig.

Zu den besonderen meteorologischen Bedingungen gehören

  • Trockenheit (kein Niederschlag, Nebel, Dunst, Schnee, etc.)
  • Kälte (maximal 5°C)
  • geringe Windgeschwindigkeiten (weniger als 4-5 m/sec)
  • ein wolkenfreier Himmel
  • eine geringe Luftfeuchtigkeit

 

Der Flugplan

Flugplan 2021, Quelle: Hexagon

Mit einer Flughöhe von circa 500 m bis 1.000 m befliegt eine Propellermaschine das gesamte bebaute Stadtgebiet sowie die Fernwärmeleitungen der Stadtnetze Münster auf einer Fläche von circa 180 km² in Streifen, in 86 Fluglinien im Abstand von 240 m. In der eng bebauten Innenstadt haben die Fluglinien einen Abstand von 120 m. Benötigt wurden drei Flüge an zwei Abenden bzw. Nächten mit insgesamt zehn Stunden der „reinen“ Aufnahmenerstellung aus der Luft.

Die Wärmebildkamera ermittelt die Temperatur der Dachoberflächen von privaten und öffentlichen Immobilien. Die Auflösung der Bilddaten beträgt lediglich 25 cm pro Pixel – diese grobe Rasterung lässt eine Identifizierung von Einzelpersonen nicht zu.

Mit dieser speziellen Wärmebildkamera wurden die Thermografie-Bilder von Münster aufgenommen // Quelle: Smart City Münster

Wärmebilder ermitteln Energielecks

Während der Befliegung ermittelt die Wärmebildkamera die Temperatur der Dachoberflächen von privaten und öffentlichen Immobilien. Mit Hilfe der aufgenommenen Wärmebilder lässt sich ermitteln, an welchen Gebäuden energetische Nachrüstungen sinnvoll sind, um langfristig den Energieverbrauch und die Heizkosten zu senken. Auf diese Weise deckt die Stadt Wärmeverluste durch nicht oder schlecht gedämmte Gebäudedächer auf, die das bloße Auge nicht erfassen kann. Öffentliche und private Gebäude werden sozusagen „digital durchdacht“.

Nach der Befliegung durch die Firma Hexagon / Miramap werden die Bilder aufbereitet und ausgewertet. Auf Grundlage der Wärmebilder wird die KLENKO gemeinsam mit der Verbraucherzentrale voraussichtlich ab Spätsommer 2021 Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in Münster zu möglichen Sanierungsmaßnahmen beraten. Von diesem Projekt profitieren also alle Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer Münsters, da ihnen im Anschluss kostenlos eine aussagekräftige Analyse zum Zustand der Dachisolierung zur Verfügung gestellt wird.

 

Aufbereitung und Nutzung der Wärmebilder

Im Anschluss an die Befliegung werden die Einzelbilder zu einem großen Wärmebild für das Stadtgebiet Münster zusammengesetzt. Mittels eines Geländemodells wird das Wärmebild geometrisch entzerrt und mit den Daten des Liegenschaftskatasters verknüpft. Durch die Anwendung von geographischen Informationssystemen wird für jedes bebaute Grundstück bzw. für jedes Gebäude das jeweilige Wärmebild erstellt. Die Auflösung der Bilddaten beträgt lediglich 25 cm pro Pixel – diese grobe Rasterung lässt eine Identifizierung von Einzelpersonen nicht zu.

 

Datenschutz

Die individuellen Wärmebilder liegen der Stadt Münster voraussichtlich im Spätsommer 2021 vor. Alle Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer werden kontaktiert und erhalten neben einem Informationsflyer mit Interpretationshilfe persönliche Zugangsdaten für ein passwortgeschütztes Webportal. Nach Eingabe der Zugangsdaten können die individuellen Wärmebilder abgerufen werden. Das alternative Anfordern der Bilder auf postalischem Wege ist grundsätzlich möglich. Die Erstellung, die Auswertung und das Zusenden der Wärmebilder sind für die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer kostenlos. Ausschließlich Eigentümerinnen und Eigentümer können die Bilder ihrer Immobilie einsehen.

Die Thermografiebefliegung ist ein Gemeinschaftsprojekt von

                     

 

Wussten Sie schon?

Die Stadt Münster bietet gemeinsam mit der Verbraucherzentrale immer montags eine kostenlose Energieberatung im Stadthaus 3 am Albersloher Weg 33 an. Alle Informationen dazu finden Sie hier www.stadt-muenster.de/klima/service-beratung

Adaptive Beleuchtung

„Innovative“ Laternen an der Kanalpromenade erhöhen den Radfahrkomfort während sie zeitgleich die Lichtverschmutzung gering halten. Die Laternen hellen sich auf 100% ihrer Lichtstärke auf, wenn sich ein/e Fahrradfahrer/in nähert und regeln sich nach der Passage eigenständig wieder runter. Auf diese Weise wird sowohl Energie gespart als auch ein möglicher Angstraum ausgeleuchtet ohne dabei die Natur unnötig zu belasten. Diese innovativen Laternen tragen zu einer komfortabel nutzbaren, alltagstauglichen Radwegeverbindung bei und sind ein Teilprojekt des Radverkehrskonzeptes Münster 2025.

Adaptive Beleuchtung entlang der Kanalpromenade

Quelle: Amt für Kommunikation Stadt Münster

Die Knalpromenade in Münsters Süden (Hiltrup) wurde als Pilotprojekt und somit als erstes Teilstück am Dortmund-Ems-Kanal mit der adaptiven Beleuchtung ausgestattet. Nach eingehender Testphase werden seit Dezember 2020 auch im Norden Münsters beginnend von der Schleuse über Coerde bis nach Gelmer weitere insgesamt 250 Leuchten installiert. Hier geht es zur Pressemitteilung der Stadt Münster.

 

Wussten Sie schon?

Die Kosten der adaptiven Beleuchtung für den nördlichen Abschnitt belaufen sich auf 1 Million Euro und werden zu 50 Prozent über das Programm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ gefördert. Der Bund honoriert damit ein zukunftsweisendes Vorhaben, das vielen Radlerinnen und Radlern mehr Komfort und Sicherheit bieten wird.

 

LOOP, Quelle: Stadtwerke Münster

LOOPmünster

Einsteigen, wo immer Sie gerade sind und zielortnah ankommen, das ist die Idee hinter LOOPmünster. Ohne Fahrstress, ohne Ärger über Staus und die fehlende Parklücke. Unkompliziert, uneingeschränkt unterwegs sein – das ist: LOOPmünster – Nahverkehr auf Bestellung.

Der neue Fahrservice für Münsters Süden

Kleinbusse LOOPen durch Hiltrup, Amelsbüren, Berg Fidel, Düesberg sowie anliegende Wohn- und Gewerbegebiete. Anders als die großen Busse sind sie ohne festen Fahrplan und Linienwege unterwegs. Innerhalb des Betriebsgebietes können Sie also jede Verbindung buchen.

Um so effektiv und umweltfreundlich wie möglich zu fahren, werden die Buchungen gebündelt. Dadurch können sich geringfügige Wartezeiten bzw. kleinere Umwege ergeben, um weitere Fahrgäste aufzusammeln oder abzusetzen.

LOOPmünster ist als Pilotprojekt in Münsters Süden auf drei Jahre angelegt.

Stadt Münster und Stadtwerke Münster verbessern mit diesem innovativen Fahrservice gemeinsam das Nahverkehrsangebot und bringen die Verkehrswende weiter voran. LOOPmünster macht den Busverkehr in den Stadtteilen deutlich flexibler und stärkt den klimafreundlichen Nahverkehr. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten der Stadtwerke Münster: https://www.stadtwerke-muenster.de/loop-muenster/#pilotprojekt

LOOPmünster wird im Rahmen von „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ gefördert

   

           

 

Wussten Sie schon?

Die Stadtwerke Münster informieren regelmäßig in Ihrem Blog über LOOPmünster und auch andere interessante Projekte der Stadtwerke. Schauen Sie doch mal rein unter https://www.stadtwerke-muenster.de/blog/

Handyparken

Das Handyparken ist der erste Schritt in Richtung eines digitalen Parkraummanagements in Münster. Digitale Lösungen sind kein Selbstzweck, sondern müssen sich daran messen lassen, welchen Nutzen sie stiften. Im Falle von Maßnahmen des Smart Parking geht es um einen klugen Umgang mit knapper werdendem Raum. Vor allem für die Innenstadt benötigt Münster intelligente Lösungen für eine nachhaltige und stadtverträgliche Mobilität von morgen. Künftig sollen zum Beispiel Parkverkehre in der Innenstadt, Pendlerverkehre am Stadtrand oder das Parken in Wohnquartieren mit Hilfe von digitalen Anwendungen organisiert und gesteuert werden. Die Zahlungsabwicklung per Handy ist nur der Anfang. Weitere Informationen zum Handyparken

 

Wussten Sie schon?

Handyparken ist in Münsters Innenstadt seit Oktober 2020 als zusätzlich Zahlungsform zum Bargeld möglich.

Aaseemonitoring

Der Aasee ist Münsters zentralstes Naherholungsgebiet. Der 2.300 m lange See ist nur 15 Fußminuten vom berühmten Prinzipalmarkt entfernt und für Bewohner:innen und Touristen eine blau-grüne Oase im Stadtbild von Münster. Im Hitzesommer 2018 sank der Sauerstoffgehalt des Aasees soweit, dass es zu einem großen Fischsterben kam. Der Rückgang des Sauerstoffgehalts blieb damals lange unentdeckt.

Über Sensoren in Messtonnen bzw. Bojen im Aasee, wird nun seit dem Sommer 2020 die Wasserqualität des innerstädtischen Gewässers fortlaufend gemessen. Die gewonnenen Daten werden über das LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Münster in Echtzeit an die zuständigen Ämter übermittelt. Auf diese Weise können Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität frühzeitig ergriffen werden. Dieses Projekt entstand als Projektidee im Münsterhack 2018, wurde von der Stadtverwaltung aufgegriffen und in Kooperation mit den Stadtwerken Münster umgesetzt. Zudem werden die digitalen Messdaten mit regelmäßigen analogen Gewässerproben abgeglichen. Den nächsten heißen Sommern blickt Münster damit etwas entspannter entgegen. Hier geht es zur Pressemeldung der Stadt Münster

Blick in die wasserdichte Kiste: Sensoren messen die Wasserqualität am Aasee in Münster (Foto: Stadt Münster)

Reallabor Aasee

Der Einsatz von „LoRaWAN“ im Rahmen des Aaseemonitoring bietet für die Stadt Münster die Chance, die Technik in einer echten Anwendung zu testen und dann auch für andere Bereiche vorzusehen, so dass der Aasee in diesem Zusammenhang als Reallabor zu sehen ist. Insbesondere vor dem Hintergrund einer „Smart City“, der Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter, bieten sich in der Stadtentwässerung zahlreiche Möglichkeiten, digitale Lösungen einzusetzen. Neben der Überwachung der Qualität des Aasees gibt es auch im Bereich Starkregen- und Hochwassermanagement oder der Bewirtschaftung von Kanalnetzen und Bauwerken weitere Anwendungsfelder. Mithilfe von digitalen Maßnahmen die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern, ist ein Grundprinzip der Smart City.

 

Gemeinschaftsprojekt

Beim Aaseemonitoring handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Münster mit der Stabsstelle Smart City, dem Amt für Mobiltät und Tiefbau (Abteilung Planung und Wasserwirtschaft), dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, den Stadtwerken Münster und der items GmbH Münster.

 

Wussten Sie schon?

Der Einsatz von LoRaWAN eignet sich durch die energiesparsame Datenübermittlung über Entfernungen von mehreren Kilometern. Es werden Sonden der Firma UIT GmbH mit einer Update-Rate von 15 Minuten eingesetzt. Folgende Parameter werden dabei ermittelt: Wassertemperatur, gelöster Sauerstoff, pH, Cholophyll, Cyanobakterien, SAK254, COD, BOD, TOC und Trübung.