Aaseemonitoring

Der Aasee ist Münsters zentralstes Naherholungsgebiet. Der 2.300 m lange See ist nur 15 Fußminuten vom berühmten Prinzipalmarkt entfernt und für Bewohner:innen und Touristen eine blau-grüne Oase im Stadtbild von Münster. Im Hitzesommer 2018 sank der Sauerstoffgehalt des Aasees soweit, dass es zu einem großen Fischsterben kam. Der Rückgang des Sauerstoffgehalts blieb damals lange unentdeckt.

Über Sensoren in Messtonnen bzw. Bojen im Aasee, wird nun seit dem Sommer 2020 die Wasserqualität des innerstädtischen Gewässers fortlaufend gemessen. Die gewonnenen Daten werden über das LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Münster in Echtzeit an die zuständigen Ämter übermittelt. Auf diese Weise können Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität frühzeitig ergriffen werden. Dieses Projekt entstand als Projektidee im Münsterhack 2018, wurde von der Stadtverwaltung aufgegriffen und in Kooperation mit den Stadtwerken Münster umgesetzt. Zudem werden die digitalen Messdaten mit regelmäßigen analogen Gewässerproben abgeglichen. Den nächsten heißen Sommern blickt Münster damit etwas entspannter entgegen. Hier geht es zur Pressemeldung der Stadt Münster

Blick in die wasserdichte Kiste: Sensoren messen die Wasserqualität am Aasee in Münster (Foto: Stadt Münster)

Reallabor Aasee

Der Einsatz von „LoRaWAN“ im Rahmen des Aaseemonitoring bietet für die Stadt Münster die Chance, die Technik in einer echten Anwendung zu testen und dann auch für andere Bereiche vorzusehen, so dass der Aasee in diesem Zusammenhang als Reallabor zu sehen ist. Insbesondere vor dem Hintergrund einer „Smart City“, der Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter, bieten sich in der Stadtentwässerung zahlreiche Möglichkeiten, digitale Lösungen einzusetzen. Neben der Überwachung der Qualität des Aasees gibt es auch im Bereich Starkregen- und Hochwassermanagement oder der Bewirtschaftung von Kanalnetzen und Bauwerken weitere Anwendungsfelder. Mithilfe von digitalen Maßnahmen die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern, ist ein Grundprinzip der Smart City.

Gemeinschaftsprojekt

Beim Aaseemonitoring handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Münster mit der Stabsstelle Smart City, dem Amt für Mobiltät und Tiefbau (Abteilung Planung und Wasserwirtschaft), dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, den Stadtwerken Münster und der items GmbH Münster.

Aktuelle Informationen zum Projekt

Eine Zusammenfassung des Projektes finden Sie im Smart City Navigator des Bundesministerums für Wirtschaft und Klimaschutz: https://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Smart-City-Navigator/Projekte/aaseemonitoring-intelligente-sensoren-messen-wasserqualitat.html

Ebenfalls hat unser Projektpartner items GmbH einen detailierten Bericht zum Projekt Aaseemonitoring im Dezember 2021 veröffentlicht unter dem  Titel „Wie geht es dem Aasee? – Praxisprojekt Hack(a)Tonne: Ein Rückblick und Erfahrungsbericht„.

Wussten Sie schon?

Der Einsatz von LoRaWAN eignet sich durch die energiesparsame Datenübermittlung über Entfernungen von mehreren Kilometern. Es werden Sonden der Firma UIT GmbH mit einer Update-Rate von 15 Minuten eingesetzt. Folgende Parameter werden dabei ermittelt: Wassertemperatur, gelöster Sauerstoff, pH, Cholophyll, Cyanobakterien, SAK254, COD, BOD, TOC und Trübung.

Leezenflow

Angenommen man fährt mit dem Fahrrad auf eine Ampel zu und weiß, wann sie umschaltet. So kann man seine Geschwindigkeit anpassen, um komfortabel und im „Flow“ bei Grün durchzufahren. Das ist die Idee hinter dem Grüne-Welle-Assistent Leezenflow: Auf einer digitalen Anzeige sieht man anhand des Farbverlaufs bereits mehrere Meter vor der nächsten Straßenkreuzung, wie lange die aktuelle Ampelphase noch andauert. Dadurch kann jede/r Radfahrer:in die Geschwindigkeit individuell anpassen und kommt flüssiger und sicherer ans Ziel. Der Leezenflow ist mit der jeweiligen Fahrradampel verbunden und ändert die Länge des Farbverlaufs dynamisch. Das System bietet nicht nur mehr Komfort, sondern führt im Idealfall zu weniger Rotlichtverstößen.

Farbverlauf des Leezenflow / Animation: © CC BY-NC-SA 4.0 Magdalena Schmitz & Leonie Winkelmann

 

Prototyp an Münsters Promenade

Seit dem 17. Mai 2021 wird der Prototyp Leezenflow an der Kreuzung Hörstertor auf Münsters Promenade getestet. Im Rahmen der Testphase führte das Institut für Verkehrswissenschaften der WWU Münster im Auftrag der Stadt Münster vom 17. Mai bis Mitte Juli 2021 eine wissenschaftliche Evaluation durch. Diese bestand aus einer Online-Bürger-Umfrage, an der 546 Personen teilgenommen haben, sowie Verkehrsbeobachtungen und -messungen vor Ort. Das Ziel der Untersuchung war, Aussagen darüber treffen zu können, inwiefern Leezenflow den Radverkehrsfluss verbessert, die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt und die Radfahrer:innen mit dem Prototypen zufrieden sind.

Leezenflow an der Promenade in Münster

Leezenflow wird positiv bewertet – weitere Standorte beschlossen

Mittlerweile ist die Evaluation abgeschlossen und die Ergebnisse stehen im Ratsinformationssystem der Stadt zum Download zur Verfügung. Außerdem lassen sich die Rohdaten, die im Zuge der Evaluation erstellt wurden, über den Publikationsserver der WWU herunterladen. Insgesamt ist das Leezenflow-System positiv bewertet worden, so dass der Hauptausschuss der Stadt Münster im Februar 2022 beschlossen hat, die Leezenflow-Systeme vorrangig an den Velorouten und an den zukünftigen Hauptrouten zu installieren. Im Februar hat er die Verwaltung beauftragt, fachlich geeignete Standorte zu identifizieren und eine Einbindung der Umlandgemeinden zu prüfen. Diesem Auftrag ist die Verwaltung nachgekommen, am 11. Mai beschließt der Ausschuss für Verkehr und Mobilität zehn neue Standorte:

Leezenflow ist ein Smart City-Projekt

Das Leezenflow-System soll nicht nur den Verkehr voranbringen, sondern auch die digitale Stadtentwicklung. Es zeigt, wie aus einer Idee der Bürgerschaft eine Technik mit Freier Software wird, die bereits das Interesse anderer Kommunen geweckt hat. Die komplette Bauanleitung des Leezenflows ist im Internet frei verfügbar.

Die vom Hauptausschuss der Staddt Münster beschlossenen weiteren Standorte für das Leezenflow-System werden im Rahmen des Bundesförderprojektes Modellkommune Smart Cities demnächst umgesetzt.

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FAQs Leezenflow-Testphase

Wie funktioniert der Leezenflow?

Der Grüne-Welle-Assistent zeigt die Dauer der aktuellen Ampelphase an. Was bedeutet das? Die abnehmenden grünen und roten Farbverläufe zeigen die noch verbleibende Zeit bis zur nächsten Ampelphase an. So kann jede Radfahrerin und jeder Radfahrer sein Fahrverhalten individuell für eine komfortablere Fahrt anpassen.

Was bedeuten die Farben rot und grün? Was bedeutet der Farbverlauf?

Leezenflow ist ein Grüne-Welle-Assistent, der die aktuelle Ampelphase anzeigt: „Grün“ bedeutet, die Fahrradampel ist zurzeit grün. „Rot“ heißt, die Fahrradampel ist zurzeit rot. Das Farbfeld verändert sich dynamisch mit der Länge der Ampelphase. Ein volles Farbfeld „grün“ bedeutet also: Die Ampel ist gerade grün geworden. Ein kleiner Strich „grün“ bedeutet: Die Ampel wird bald rot. Der Farbverlauf nimmt entsprechend der Länge der aktuellen Ampelphase ab.

Wird meine Radfahr-Geschwindigkeit gemessen?

Nein, die Geschwindigkeit wird nicht erfasst. Das ist bei der Menge der Radfahrerinnen und Radfahrer dort auch technisch nur sehr schwierig (wenn überhaupt) machbar. Leezenflow hilt bei der individuellen Entscheidungsfindung: Ich weiß, wann die Ampel umspringt und kann selber entscheiden, ob ich noch kräftig in die Pedale trete oder doch lieber gemütlich die nächste Grünphase mitnehme.

Wie schnell muss ich fahren?

Leezenflow gibt nur Informationen darüber, wann die Ampel umschaltet. Mit dieser Information kann die Fahrtgeschwindigkeit individuell angepasst werden. Manche schaffen es noch bei Grün, wenn sie ordentlich in die Pedale treten, andere bleiben lieber entspannt und rollen gemütlich über die nächste Grünphase.

Warum werden keine Sekunden angezeigt?

Eine Visualisierung mit Sekundenanzeige liegt zuerst nahe. Aus folgenden zwei Hauptgründen haben wir uns in der Testphase dennoch dagegen entschieden:

1. Die Ampelschaltung ist dynamisch und teilweise nicht vorhersagbar. Zum Beispiel können Busse die Ampelschaltung beeinflussen. So kann es zu spontanen, nicht vorhersagbaren Änderungen in der Dauer der aktuellen Ampelphase kommen. Die Sekundenanzeige würde dann große Sprünge machen oder scheinbar stehen bleiben. Die aktuelle Visualisierung fängt diese Sprünge flexibel ab, mit dem Ziel, Radfahrerinnen und Radfahrer nicht zu verwirren.

2. Menschen haben sehr unterschiedliche Zeitwahrnehmungen. Unter anderem können wir objektiv gemessene Zeitspannen nicht verlässlich abschätzen (hier ein erster Einblick in die Wissenschaft der Zeitwahrnehmung und hier etwas mehr Details). Deswegen ist es fraglich, ob eine objektive Sekundenanzeige für Menschen tatsächlich eine kognitiv einfach verarbeitbare Visualisierung ist. Durch eine Sekundenanzeige auf dem Leezenflow befürchten wir deshalb, dass Radfahrerinnen und Radfahrer die begrenzte Ressource Aufmerksamkeit vermehrt auf das (nicht intuitive) Sekundenzählen verschieben anstatt sich auf den Verkehr zu konzentrieren.

Für alle, die trotzdem Sekunden zählen wollen, hier ein Tipp für die Umrechnung des Farbbalkens: Die Fahrradampel am Hörstertor zeigt ca. 45 Sekunden lang grün und ca. 40 Sekunden lang rot.

Wo finde ich den Quelltext?

Die komplette Bauanleitung des Leezenflows ist im Internet frei verfügbar zum (nicht-kommerziellen) Nachbau.

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Medienspiegel Leezenflow (Auswahl)

Preisverdächtig

Preisverleihung MSHACK20, Quelle: Sputnik GmbH

Leezenflow gewinnt den Zuschauerpreis beim Münsterhack 2019 und wird im September 2020 im Rahmen des MSHack 2020 mit dem Nachgeha(c)kt-Preis ausgezeichnet.

Bike-to-X-Kommunikation im Leezenflow

Damit die Idee Leezenflow in die Umsetzung kommt, kümmern sich bCyber GmbH in Kooperation mit Code for Münster um die Programmierung. Sie nutzen ein in der Ampeltechnik bereits vorhandenes Signal, um Informationen über die Ampelintervalle frühzeitig weiterzugeben. Diese Übertragungstechnik soll in den nächsten Jahren EU-weit in jeder Ampel verbaut sein, um Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen zu ermöglichen. Andere Städte beginnen damit, diese Technik als sogenannte „Car-to-X-Kommunikation“ vor allem für den Pkw-Verkehr einzusetzen. In Münster möchte die Stabsstelle Smart City diese frühzeitig für den Radverkehr nutzbar machen und damit „Bike-to-X-Kommunikation“ schaffen. Somit kann das münstersche Smart City-Projekt Leezenflow der Grundstein für mögliche Folgeprojekte werden – wie zum Beispiel eine Grüne-Welle-App, die auf der gleichen Übertragungstechnik basiert.

Kollaboratives Projekt

Bei dem Projekt Leezenflow arbeitet die Stabsstelle Smart City Münster zusammen mit dem Amt für Mobilität und Tiefbau (Fachstelle Verkehrsmanagement und Smart Mobility), dem Stadtplanungsamt (Fachstelle Baudenkmalschutz und -pflege), der Fachhochschule Münster (Münster School of Design) sowie bCyber GmbH und Code for Münster.

Wussten Sie schon?

Leezenflow ist komplett zum Nachbauen veröffentlicht, inkl. Dokumentation und Evaluation: Die Idee Leezenflow stammt aus dem Münsterhack 2019 und wurde gemeinsam von Mitgliedern des Hackathon-Teams in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster weiterentwickelt. Die Programmierung übernehmen die bCyber GmbH sowie Code for Münster. Das Design Leezenflow haben die beiden Studentinnen Magdalena Schmitz und Leonie Winkelmann im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Fachhochschule Münster entwickelt. Im Rahmen des Bundesförderprojektes Modellkommune Smart Cities werden demnächst weitere Leezenflow Standorte umgesetzt.

Thermografiebefliegung

Digital durchdacht – Klimaschutz aus der Luft

Im Januar 2021 schickte die Stadt Münster ein Flugzeug mit einer Spezialkamera über Münster, um Wärmebilder der Dachlandschaft zu erstellen. Anhand der Aufnahmen bekommen Hauseigentümer:innen nun einen wertvollen und kostenfreien Eindruck vom energietischen Zustand ihres Gebäudes – aus der Luft!

Wohnkomfort, Werterhalt, Energieeinsparung und attraktive Förderungen – eine energetische Sanierung lohnt sich für Hauseigentümer:innen in jeder Hinsicht. Die Stadt Münster verfolgt mit dem Projekt Thermografiebefliegung ein weiteres wichtiges Ziel: Klimaschutz. Denn je besser der Energiestandard eines Gebäudes, desto weniger CO2 emittiert es.

Liegt meine Immobilie im überflogenen Gebiet? Interaktive Karte des überflogenen Gebietes von Münster.

Ergebnisse der Befliegung

Wärmebilder zum Abruf bereit

Das hier gezeigte Wärmebild der Innenstadt von Münster wurde aus Datenschutzgründen verfremdet und lässt keinerlei Rückschlüsse auf den tatsächlichen energietischen Zustand der Gebäude zu.

Ab dem 24. Januar 2022 erhalten alle Hauseigentümer:innen ihre persönlichen Zugangsdaten zum Webportal, um das Wämebild ihrer Immobilie abzurufen: https://www.thermodatenabruf-muenster.de. Pro Immobilie steht ein Wärmebild zum Download bereit, angeboten wird auch eine Interpretationshilfe, mit der die entsprechenden Farbgebungen gedeutet und der energetische Zustand des Daches eingeschätzt werden können.

Das Wärmebild wurde heruntergeladen – und jetzt?

Mithilfe der Interpretationshilfe bekommen die Eigentümer:innen bereits einen ersten Eindruck vom Zustand ihres Daches, Informationen bietet die Stadt Münster im Rahmen einer kostenfreien Einstiegs-Energieberatung an. Für einen Termin kann man sich ab dem 25. Januar 2022 hier anmelden: https://termine.stadt-muenster.de/energieberatung

Mit einem Klick öffnet sich die Grafik: Nächste Schritte – Wie geht es weiter?

Alle Informationen im Überblick: Faltblatt zur Thermografiebefliegung Münster

Interaktive Karte des überflogenen Gebietes von Münster.

 

Thermografiebefliegung aktuell

In unserer Rubrik „Aktuelle Beiträge“ und auf Twitter berichten wir über den aktuellen Stand der Befliegung:

 

Zum Projekt Thermografiebefliegung Münster

Das hier gezeigte Wärmebild der Innenstadt von Münster wurde aus Datenschutzgründen verfremdet und lässt keinerlei Rückschlüsse auf den tatsächlichen energietischen Zustand der Gebäude zu.

Die Stadt Münster hat Klimaneutralität möglichst bis zum Jahr 2030 beschlossen. Um diesem ambitionierten Klimaschutzziel einen Schritt näher zu kommen, beschloss der Rat im Jahr 2019 die Durchführung einer Thermografiebefliegung im gesamten Stadtgebiet. Die Befliegung soll allen Hauseigentümer:innen in Münster einen ersten Eindruck über den Zustand der Isolierung des eigenen Dachs bieten und Wärmelecks aufdecken. Im Januar 2021 fanden die drei Befliegungen statt. Die Propellermaschiene PH-MAS überflog am 22.01. und am 30./31.01.2021 das bebaute Stadtgebiet von Münster und nahm mit einer Spezialkamera Wärmebilder von der Dachlandschaft sowie vom Fernwärmenetz auf. Ursprünglich sollte die Thermografiebefliegung bereits im Frühjahr 2020 starten, musste jedoch leider aufgrund unpassender Witterungsbedingungen sowie der damals aktuellen Corona-Vorgaben verschoben werden.

Drei Projektphasen

„Alle drei Flüge waren erfolgreich, so dass Phase eins des Projekts abgeschlossen ist“, resümiert Stadtbaurat Robin Denstorff Anfang Februar 2021. Das überflogene Stadtgebiet kann man auf unserer interaktiven Karte einsehen.

In Phase 2 werden die Daten ausgewertet und die Ergebnisse in einem eigens für die münstersche Thermografiebefliegung erstellten, geschützten Webportal hochgeladen.

In Phase 3 (Januar 2022) erhalten die Hauseigentümer:innen ihre persönlichen Zugangsdaten, mit denen sie ihr Wärmebild im geschützten Webportal herunterladen können. Auf Basis der Wärmebilder besteht die Möglichkeit sich bei der städtischen Koordinierungsstelle für Klima und Energie im Rahmen einer kostenfreien Einstiegs-Energieberatung zu Förderprogrammen für die Dach- und Haussanierung beraten lassen.

Projektziel

Ziel der Thermografiebefliegung ist es, die Stadtbevölkerung für energetische Fragestellungen zu sensibilisieren, die Hauseigentümer:innen über Möglichkeiten der Energieeinsparung zu beraten und sie bei der Umsetzung von Maßnahmen zu unterstützen. Langfristig sollen so Energie- und Heizkosten gesenkt und das Klimaziel 2030 der Stadt Münster erreicht werden. Ebenfalls abgedeckt werden bei der Befliegung die Fernwärmeleitungen der Stadtnetze Münster, um mögliche Schwachstellen zu identifizieren. Somit ist die Thermografiebefliegung Klimaschutz aus der Luft.

Pressekonferenz Februar 2020 (v.l.): Georg Reinhardt (Stadt MS), Sebastian Jurczyk (Stadtwerke MS), Nicole Hildebrand, Stadtbaurat Robn Denstorff, Dr. André Wolf (Stadt MS) // Quelle: Amt für Kommunikation Stadt Münster

Die Thermografiebefliegung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Münster vertreten duch die Stabsstelle Smart City Münster, die das Projekt koordiniert, dem städtischen Vermessungs- und Katasteramt sowie der Koordinierungsstelle für Klima und Energie. Die Stadtnetze sind Partner der Befliegung.

Fragen zum Projekt / FAQs

Wenn eine Thermografiebefliegung durchgeführt wird, stellen die Bürger:innen erfahrungsgemäß viele berechtigte Fragen. Auf www.stadt-muenster.de haben wir daher einige Fragen zum Projekt zusammengestellt.

 

Die Befliegung

PH-MAS am FMO 22.01.21

Die Befliegung fand am 22. und 30./31. Januar 2021 statt. Die Entscheidung über den genauen Zeitpunkt der Befliegung fiel aufgrund der besonderen meteorologischen Bedingungen jeweils kurzfristig.

Zu den besonderen meteorologischen Bedingungen gehören

  • Trockenheit (kein Niederschlag, Nebel, Dunst, Schnee, etc.)
  • Kälte (maximal 5°C)
  • geringe Windgeschwindigkeiten (weniger als 4-5 m/sec)
  • ein wolkenfreier Himmel
  • eine geringe Luftfeuchtigkeit

Der Flugplan

Flugplan 2021, Quelle: Hexagon

Mit einer Flughöhe von circa 500 m bis 1.000 m befliegt eine Propellermaschine das gesamte bebaute Stadtgebiet sowie die Fernwärmeleitungen der Stadtnetze Münster auf einer Fläche von circa 180 km² in Streifen, in 86 Fluglinien im Abstand von 240 m. In der eng bebauten Innenstadt haben die Fluglinien einen Abstand von 120 m. Benötigt wurden drei Flüge an zwei Abenden bzw. Nächten mit insgesamt zehn Stunden der „reinen“ Aufnahmenerstellung aus der Luft.

Auf unserer interaktiven Karte können Sie sehen, ob Ihr Gebäude ebenfalls überflogen worden ist: https://geo.stadt-muenster.de/thermobefliegung/

Die Wärmebildkamera ermittelt die Temperatur der Dachoberflächen von privaten und öffentlichen Immobilien. Die Auflösung der Bilddaten beträgt lediglich 25 cm pro Pixel – diese grobe Rasterung lässt eine Identifizierung von Einzelpersonen nicht zu.

Mit dieser speziellen Wärmebildkamera wurden die Thermografie-Bilder von Münster aufgenommen // Quelle: Smart City Münster

Wärmebilder ermitteln Energielecks

Während der Befliegung ermittelt die Wärmebildkamera die Temperatur der Dachoberflächen von privaten und öffentlichen Immobilien. Mit Hilfe der aufgenommenen Wärmebilder lässt sich ermitteln, an welchen Gebäuden energetische Nachrüstungen sinnvoll sind, um langfristig den Energieverbrauch und die Heizkosten zu senken. Auf diese Weise deckt die Stadt Wärmeverluste durch nicht oder schlecht gedämmte Gebäudedächer auf, die das bloße Auge nicht erfassen kann. Öffentliche und private Gebäude werden sozusagen „digital durchdacht“.

Wärmebild aufgenommen beim Flug über Münster am 30.01.2021

Nach der Befliegung werden die Bilder aufbereitet und ausgewertet. Auf Grundlage der Wärmebilder berät die KLENKO ab Februar 2022 Hauseigentümer:innen in Münster zu möglichen Sanierungsmaßnahmen. Von diesem Projekt profitieren also alle Immobilienbesitzer:innen Münsters, da ihnen im Anschluss kostenfrei eine Einstiegs-Energieberatung angeboten wird.

 

Aufbereitung und Nutzung der Wärmebilder

Während des gesamten Befliegungszeitraumes wird der Temperaturverlauf an mehreren Bodenmessstationen im Stadtgebiet aufgezeichnet. Diese Daten werden mit denen der Befliegung abgeglichen, um bei der Auswertung der Bilder verschiedene Einflüsse und Parameter zu berücksichtigen: Die Erfassung der Thermografieaufnahmen erfolgte im Rahmen von drei unabhängigen Messflügen mit unterschiedlichen, aber jeweils geeigneten Umweltbedingungen. Dadurch war es nicht möglich, alle Daten mit derselben Skalierung einzufärben. Die Farbskala gibt deshalb keine absoluten Temperaturen wieder, sondern zeigt die Oberflächentemperatur der Dächer in Relation zur Umgebungstemperatur an. Die Grenzen des Skalierungsbereiches wurden anhand der mittleren Temperaturen aller Dachflächen in einem Teilbereich bestimmt und so angepasst, dass für das gesamte überflogene Gebiet die gleiche Farbskala gilt. Die absoluten Temperaturmessungen liegen dem Vermessungs- und Katasteramt vor.

Das Bild zeigt ein Einfamilienhaus in Münster. Mithilfe des Wärmebildes sind auf dem Dach unterschiedliche Schwachstellen in der Wärmedämmung zu erkennen.

Im Anschluss an die Befliegung werden die Einzelbilder zu einem großen Wärmebild für das Stadtgebiet Münster zusammengesetzt. Mittels eines Geländemodells wird das Wärmebild geometrisch entzerrt und mit den Daten des Liegenschaftskatasters verknüpft. Durch die Anwendung von geographischen Informationssystemen wird für jedes bebaute Grundstück bzw. für jedes Gebäude das jeweilige Wärmebild erstellt. Die Auflösung der Bilddaten beträgt lediglich 25 cm pro Pixel – diese grobe Rasterung lässt eine Identifizierung von Einzelpersonen nicht zu.

 

Datenschutz

Die individuellen Wärmebilder liegen der Stadt Münster seit Winter 2021/22 vor. Alle Hauseigentümer:innen werden ab dem 24. Januar 2022 kontaktiert und erhalten neben einem Informationsflyer ihre persönlichen Zugangsdaten für ein passwortgeschütztes Webportal. Nach Eingabe der Zugangsdaten können die individuellen Wärmebilder sowie eine Interpretationshilfe abgerufen werden. Das alternative Anfordern der Bilder auf postalischem Wege ist grundsätzlich möglich. Die Erstellung, die Auswertung und das Zusenden der Wärmebilder sind für die Hauseigentümer:innen kostenfrei. Ausschließlich Eigentümer:innen können die Bilder ihrer Immobilie einsehen.

 

Die Thermografiebefliegung ist ein Gemeinschaftsprojekt von

                     

 

Wussten Sie schon?

Die Thermografiebefliegung ist ein sehr anschauliches Smart City-Projekt: Durch die Anwendung von geographischen Informationssystemen wurde für jedes bebaute Grundstück beziehungsweise für jedes Gebäude das jeweilige Wärmebild erstellt. Zudem leistet die Befliegung einen wichtigen Beitrag, gemeinsam die Klimaneutralität Münsters zu erreichen, denn wer eine energetische Sanierung durchführt, profitiert gleich mehrfach: Inanspruchnahme attraktiver Fördermittel, erhöhter Wohnkomfort, Kostenersparnis durch Energieeinsparungen und Werterhalt der Immobilie.

Adaptive Beleuchtung

„Innovative“ Laternen an der Kanalpromenade erhöhen den Radfahrkomfort während sie zeitgleich die Lichtverschmutzung gering halten. Die Laternen hellen sich auf 100% ihrer Lichtstärke auf, wenn sich ein/e Fahrradfahrer/in nähert und regeln sich nach der Passage eigenständig wieder runter. Auf diese Weise wird sowohl Energie gespart als auch ein möglicher Angstraum ausgeleuchtet ohne dabei die Natur unnötig zu belasten. Diese innovativen Laternen tragen zu einer komfortabel nutzbaren, alltagstauglichen Radwegeverbindung bei und sind ein Teilprojekt des Radverkehrskonzeptes Münster 2025.

 

Innovative Beleuchtung entlang der Kanalpromenade

Quelle: Stadt Münster

Die Knalpromenade in Münsters Süden (Hiltrup) wurde als Pilotprojekt und somit als erstes Teilstück am Dortmund-Ems-Kanal mit der adaptiven Beleuchtung ausgestattet. Nach eingehender Testphase werden seit Dezember 2020 auch im Norden Münsters beginnend von der Schleuse über Coerde bis nach Gelmer weitere insgesamt 250 Leuchten installiert.

 

Nachhaltige Investition für den Radverkehr

Nördlicher Bauabschnitt Kanalpromenade Münster, Adaptive Beleuchtung ist bereits aufgestellt. Foto: Stadt Münster

Die Adaptive Beleuchtung im nördlichen Bauabschnitt ist bereits aufgestellt, ab 8. März 2022 beginnen hier die Asphaltarbeiten. Voraussichtlich ab Sommer 2022 können Radfahrende und Fußgänger:innen diesen Abschnitt sicher nutzen. Der Ausbau der Kanalpromenade dient als nachhalige Investionen für den Radverkehr, denn er verbindet Münster mit der Stadtregion und schafft einen weiteren Anreiz das Rad als Verkehrsmittel zu nutzen.

 

Pilotstudie „Fledermäuse und Licht“

Um die am Kanal lebenden Fledermäuse zu schützen, wird die Beleuchtung zunächst, wie in den Artenschutzgutachten vorgeschlagen, in den Abendstunden der Sommermonate ausgeschaltet, sobald sie nicht mehr benötigt wird. In Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut startet unter der Bedingung der Fördermittelzusage im Frühjahr 2022 eine Pilotstudie zum Thema „Fledermäuse und Licht“. Die sich kurzfristig verändernde Leuchtkraft von null auf 100 Prozent und deren Auswirkungen auf die Tierwelt sollen wissenschaftlich untersucht werden. Zur Pressemeldung

Kanalpromenade Münster, Bauabschnitte. Grafik: Stadt Münster

Wussten Sie schon?

Die Kanalpromenade ist eine wichtige und nachhaltige Investition für den Radverkehr in Münster und in der Stadtregion. Nach Fertigstellung wird es eine durchgängige und komfortabel zu befahrende Verbindung von Stadtgrenze zu Stadtgrenze geben. Die Strecke soll dann auch komplett mit Intelligenter Beleuchtung ausgestattet sein.

 

Webforum “Beteiligung in der Stadtentwicklung digitaler denken”

Die digitale Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in der Stadtentwicklung ist zunehmend ein wichtiges Thema und zwar nicht erst seit der Einschränkung von Präsenzveranstaltungen aufgrund der Corona-Lage. Erfahrungen zeigen, dass oft neue und andere Interessierte erreicht werden, dass die zeitliche Flexibilität vielen entgegen kommt, aber einige sich auch ausgeschlossen fühlen könnten.

In Ergänzung zum nun für 2021 geplanten Stadtforum „Beteiligung weiter denken“ wurden im Webforum am 17.11.2020 die Chancen und Grenzen neuer Beteiligungsformate via Internet ausgelotet und diskutiert, ob eine gründliche Erörterung komplexer Themen überhaupt so möglich ist.

Die Online-Veranstaltung von Smart City Münster und den MünsterZukünften bildet den Auftakt einer Reihe von Webforen, die den Beitrag von Bürgerinnen und Bürgern, den Part der Stadtgesellschaft in Münsters Weg zur Smart City zum Thema machen.

Mehr als 150 Interessierte verfolgten am 17.11.2020 das erste Webforum “Beteiligung in der Stadtentwicklung digitaler denken”. Fünf Expertinnen und Experten diskutieren mit städtischen Vertreterinnen und Vertretern folgende Fragestellungen: Welche Erfahrungen haben wir bis jetzt in Münster? Was kann die Zukunft der digitalen Öffentlichkeitsbeteiligung sein?

Gäste waren

  • Kathrin Feigs | plan-lokal / Projekt Stadtteilentwicklungskonzept Handorf, Gelmer, Sudmühle
  • Anke M. Leitzgen | #stadtsache / Projekte Südviertel und Hörster Parkplatz
  • Oskar Lingk | Urban Participation Lab / Projekte Werkstattverfahren Bremer Platz und Masterplan Münster Mobilität 2035+
  • Alexander Sommer | items GmbH / Projekt MÜNSTERHACK

mit Anmerkungen und einer Einordnung von Dr. Fee Thissen, Büro für Urbane Transformation/RWTH Aachen.

Vertreter der Stadtverwaltung

  • Robin Denstorff, Stadtbaurat
  • Dr. André Wolf, Leiter Stabsstelle Smart City Münster
  • Christopher Festersen, Leiter Stadtplanungsamt Münster
  • Bernadette Spinnen, Leiterin Münster Marketing

Mitmachen

Alle Zuschauer waren aufgefordert, Fragen zum Thema im Chat zu formulieren.

Graphic Recording: Marie Jacob

Interaktive Aufzeichnung der Veranstaltung

Die interaktive Aufzeichnung der Veranstaltung in BigBlueButton finden Sie hier » Sie können anhand der Folien links direkt zu den einzelnen Beiträgen navigieren.

Grußwort von Oberbürgermeister Lewe

Das Grußwort von Oberbürgermeister Lewe finden Sie hier » Es konnte aus technischen Gründen nicht in die Gesamtaufzeichnung eingebunden werden.

Vortrag von Anke M. Leitzgen

Wir bitten die schlechte Tonqualität des Beitrags von Anke M. Leitzgen (ab min. 81:45) zu entschuldigen. Der Vortrag wurde von ihr im Anschluss umgehend neu eingesprochen und findet sich als separate Aufzeichnung hier »

Publikumsumfragen

Alle Teilnehmenden wurden gefragt. Die Beteiligung lag bei ca. 80%:

Haben Sie schon Erfahrung mit digitalen Beteiligungsformaten?

72 %
(89 Personen)
ja
22 %
(27 Personen)
nein
4 %
(6 Personen)
unsicher

Auch die Alterstruktur der Teilnehmenden wurde abgefragt. Dabei ordneten sie sich den Altersgruppen wie folgt zu:

9 %
unter 25 Jahre
43 %
25–40 Jahre
37 %
41–60 Jahre
8 %
61–80 Jahre
1 Person
über 80 Jahre

Offene Publikumsfragen

Offene Fragen aus dem Publikumschat, die aus zeitlichen Gründen nicht aufgegriffen werden konnten, werden zurzeit bearbeitet. Die Antworten der Vortragenden werden bald auf der Seite der MünsterZukünfte zur Verfügung stehen.

 

Open Source-Videoplattform

Die Veranstaltung wurde durchgeführt mit der Open Source Videokonferenzplattform “BigBlueButton” – gehostet von der items GmbH in Münster.

 

Die Veranstaltung war ein Gemeinschaftsprojekt von MünsterZukünfte und Smart City Münster

        

 

MünsterZukünfte gehen digital weiter

Am 17. November 2020 laden MünsterZukünfte und Smart City Münster gemeinsam um 18.30 Uhr zum Webforum „Beteiligung in der Stadtentwicklung digitaler denken“ ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich ab jetzt über die Internetseite MünsterZukünfte hierfür anmelden.

Diese Veranstaltung bildet den Auftakt einer Reihe von Webforen, die den Beitrag von Bürgerinnen und Bürgern, den Part der Stadtgesellschaft auf Münsters Weg zur Smart City zum Thema machen werden.

Im Rahmen des Webforums „Beteiligung in der Stadtentwicklung digital denken“ werden digitale Aspekte des bereits für März dieses Jahres geplanten Stadtforums zum Thema „Beteiligung weiter denken“ behandelt. Corona bedingt musste dieses damals kurzfristig abgesagt werden. Da die aktuelle Lage noch nicht erlaubt, die Stadtforen verantwortungsvoll als normale Präsenzveranstaltungen durchzuführen, haben die Teams MünsterZukünfte und Smart City Münster beschlossen, nun zunächst die wichtigen digitalen Aspekte des geplanten Stadtforums aufzugreifen und online zu diskutieren.

Dabei steht das Webforum unter folgenden Fragestellungen:

  • Welche Erfahrungen haben wir bis jetzt in Münster mit digitaler Beteiligung?
  • Was könnte die Zukunft der digitalen Öffentlichkeitsbeteiligung sein?

Fünf Fachleute aus Praxis und Forschung stellen hierzu ihre Münsterschen Beispiele vor und geben einen Ausblick in die Zukunft. Die Gäste sind:

  • Kathrin Feigs, plan-lokal: Projekt Stadtteilentwicklungskonzept Handorf, Gelmer, Sudmühle
  • Anke M. Leitzgen, #stadtsache: Projekte Südviertel und Hörster Parkplatz
  • Oskar Lingk, Urban Participation Lab: Projekte Werkstattverfahren Bremer Platz und Masterplan Münster Mobilität 2035+
  • Alexander Sommer, items GmbH: Projekt MünsterHack
  • Fee Thissen, Büro für Urbane Transformation / RWTH Aachen

Die Zuschauerinnen und Zuschauer können per Chat Fragen stellen und sich somit an der Diskussion beteiligen. Die Fragen werden von der Moderation aufgegriffen und an die Expertinnen und Experten weitergeleitet.

Das Online-Forum wird durchgeführt mit der Open Source Videokonferenzplattform BigBlueButton, die von der items aus Münster gehostet wird. BigBlueButton ist über jeden gängigen Internetbrowser nutzbar. Eine Webcam und ein Mikrofon sind für die Teilnahme nicht notwendig. Die Teilnahme ist kostenlos, den Zugang erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger nach der Anmeldung zum Webforum auf www.zukunft-muenster.de per E-Mail. Die Teilnahmezahl ist technisch bedingt begrenzt auf 200 Personen. Das Webforum wird aufgezeichnet und anschließend auf www.zukunft-muenster.de und www.smartcity.ms dokumentiert.

Stadt Münster wird Mitglied bei Civitas Connect e.V.

In einer smarten Stadt werden gemeinschaftlich Lösungen für alltägliche Herausforderungen entwickelt. Die Bereiche Mobilität und Energie sowie die Ver- und Entsorgung von Wasser sind dabei zentrale Themen, in denen Handlungsbedarf aber auch Lösungspotenziale bestehen. Netzbetreiber sind zumeist die Stadtwerke oder andere kommunale Unternehmen. Mit Civitas Connect e.V. hat sich daher im Juni diesen Jahres ein bundesweites Netzwerk aus eben diesen Akteuren gegründet, das gemeinsam Lösungen für die Fragen von Morgen entwickeln möchte. Dem Zusammenschluss gehören bislang gut 25 Unternehmen von Travemünde bis Arnsberg an. Die Stadtwerke Münster sind als Gründungsmitlied ebenfalls dabei und als erster kommunaler Partner ist jetzt auch die Stadt Münster assoziiertes Mitglied in diesem Zusammenschluss geworden.

„Wir freuen uns, dass wir als Mitglied dieser Kooperation dazu beitragen können, praktische Lösungen für die Fragestellungen der Zukunft zu entwickeln“, freut sich Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft der Stadt Münster. „Wir möchten unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Fachämtern motivieren, aktiv in diesem Netzwerk mitzuarbeiten“, so Wolf weiter.

Der Zusammenschluss Civitas Connect setzt darauf, dass die Mitgliedsunternehmen in selbst organisierten Arbeitsgruppen gemeinsam Problemlösungen erarbeiten. Die Idee dahinter ist, dass viele Stadtwerke oder kommunale Unternehmen vor denselben Herausforderungen stehen, aber nicht jeder seine eigenen Lösungen erarbeiten und dafür Ressourcen investieren muss. Was testweise gemeinsam in Travemünde ausprobiert wird, kann in Arnsberg genauso funktionieren. Zu diesem praktischen Austausch möchte die Stadt Münster mit der Mitgliedschaft beitragen.

Die Stabsstelle Smart City Münster und mit ihr die gesamte Stadtverwaltung ist gespannt auf den gemeinsamen Austausch und die ersten Projektumsetzungen. Koordiniert wird Civitas Connect e. V. übrigens von der items Münster.

Smart Cities im Münsterland tauschen sich aus

Auf Initiative der Stabsstelle Smart City tauschten sich jüngst die Akteure der Smart Cities Münster und Ahaus aus. „Die Zukunft der Stadt ist vernetzt. Dabei ist es wichtig, nicht nur Daten, Anwendungen und Geräte zu vernetzen, sondern auch Akteure und Mitgestalter in einen Erfahrungsaustausch zu bringen“, erklärt Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft der Stadt Münster.

„Gerade im Münsterland können wir gut voneinander und miteinander lernen“, so Wolf. „Die Smart City macht nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen halt. Durch Sensoren, Vernetzung und smarte Dienste kann zum Beispiel Mobilität in der Smart City effizienter, umweltfreundlicher und bedarfsorientierter organisiert werden. Dies gilt sowohl für Großstädte als auch für Klein- und Mittelstädte.“ Unter den Teilnehmern waren Vertreter der Stadt und der Stadtwerke, der Wirtschaftsförderung, der Universität Münster, der Initiative „Code for Münster“ und des Netzwerk Innenstadt NRW.

Nach einem Empfang bei Bürgermeisterin Karola Voß, dem Ersten Beigeordneten Hans-Georg Althoff und dem Ahauser „Chief Digital Officer“ Thomas Spieker ging es zum Campus von Tobit Software und anschließend auf eine Digital-Tour durch die Stadt. Die Fortschritte der Digitalisierung in Ahaus konnte durch den Besuch mehrerer „Showcases“ erlebt werden. Gezeigt wurde, wie man in Ahaus über digitale Anwendungen Spielgeräte, Boote oder eigene Kinoräume teilen und buchen kann. Auch ein smartes Hotel, eine Disco und ein E-Bike-Verleih gehörten zu den Stationen, die die 20 Neugierigen aus Münster gezeigt bekamen.

Ein bisschen Ahaus gibt es übrigens schon in Münster, und ein bisschen Münster in Ahaus: Die Technik für Münsters ersten digitalen Biergarten und auch die Pop Up Gastronomie Wintergarten stammt von Tobit Software aus Ahaus. Die Stadtwerke Ahaus wiederum sind Mitglied der Kooperationsplattform Civitas Connect, das durch die Münstersche items GmbH organisiert und moderiert wird und das sich unter anderem um den Ausbau von LoRaWAN-Netzwerken (Long Range Wide Area Network) für Kommunen und kommunale Unternehmen kümmert. Am Ende sprach Wolf eine Gegeneinladung nach Münster aus.

Startschuss für Handyparken in Münster

Das Bezahlen an Parkscheinautomaten war in Münster bislang nur mit Bargeld möglich. Aber was tun, wenn das nötige Kleingeld fehlt? Diese Frage muss sich ab sofort niemand mehr stellen, denn jetzt gibt es mit dem Handyparken eine zusätzliche Zahlungsmöglichkeit. „Das Handyparken ist ein weiterer Baustein für digital unterstützte Mobilität in unserer Stadt“, sagte Stadtbaurat Robin Denstorff bei einem Vor-Ort-Termin am Parkplatz „Landeshaus“.

„Das Handyparken ist der erste Schritt in Richtung eines digitalen Parkraummanagements in Münster“, so Denstorff. „Digitale Lösungen sind kein Selbstzweck, sondern müssen sich daran messen lassen, welchen Nutzen sie stiften. Im Falle von Maßnahmen des Smart Parking geht es um einen klugen Umgang mit knapper werdendem Raum. Vor allem für die Innenstadt benötigen wir intelligente Lösungen für eine nachhaltige und stadtverträgliche Mobilität von morgen.“ Künftig sollen zum Beispiel Parkverkehre in der Innenstadt, Pendlerverkehre am Stadtrand oder das Parken in Wohnquartieren mit Hilfe von digitalen Anwendungen organisiert und gesteuert werden. „Die Zahlungsabwicklung per Handy ist da nur der Anfang“, so Denstorff.

Kunden können über die Plattform „smartparking“ zwischen sieben Handyparken-Anbietern wählen: „EasyPark“, „PARK NOW“, „moBiLET“, „Yellowbrick/flowbird“, „paybyphone“, „Parkster“ und „PARCO“. Die Parkscheinautomaten bleiben parallel in Betrieb und werden mit Informationen für die ersten Schritte zum Handyparken versehen. „Autofahrer starten den Bezahlvorgang per App, Anruf oder SMS“, erklärt Denstorff. „Ein Vorteil ist, dass die Parkzeit spontan mit dem Handy gestoppt oder verlängert werden kann.“ So entfallen Überzahlung und Verwarngelder wegen abgelaufener Tickets. Die Parkgebühren bleiben gleich.

Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City, verweist auf weiterführende Überlegungen zum Thema „Smart Parking“. Denkbar seien Sensortechnologien, die die Auslastung von Parkflächen messen und in das Parkleitsystem, Navigationsgeräte oder Apps einspeisen. „Ziel ist es, den Parksuchverkehr durch digitale Unterstützung so gering wie möglich zu halten und Verkehrsströme zum Beispiel über das Nutzen von Park-and-Ride Anlagen so zu lenken, dass ein Umstieg auf Busse oder Bikesharing-Angebote erfolgt“, so Wolf.

Auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes wurden auf das Handyparken vorbereitet. „Es gibt nicht mehr nur den Parkschein hinter der Windschutzscheibe. Daher wurden unsere Mitarbeitenden geschult und mit neuen Endgeräten ausgestattet. Damit können sie prüfen, ob Autofahrer ihre Parkgebühr mit dem Smartphone gezahlt haben“, erläutert Amtsleiter Norbert Vechtel.

Die Stadt kooperiert mit „smartparking“, einer bundesweiten Initiative für digitale Parkraumbewirtschaftung, die bereits in über 140 Kommunen aktiv ist. Sie will das unkomplizierte Bezahlen von Parkgebühren mit dem Handy etablieren. Philipp Zimmermann, stellvertretender Geschäftsführer von „smartparking“, erläutert den Vorteil der Zusammenarbeit: „Statt mit jedem App-Anbieter Verträge schließen zu müssen, schließt die Stadt Münster nur mit uns einen Rahmenvertrag. Für Münster bieten wir eine anbieterneutrale und kostenfreie Umsetzung des Handyparkens an, während Autofahrer zwischen verschiedenen Apps wählen können.“

Weitere Informationen zum Handyparken gibt es online unter www.smartparking.de.

Münster verbessert sich im Smart-City-Index der bitkom auf Platz 14

Der bitkom e.V., Branchenverband der digitalen Industrie, hat die zweite Ausgabe seines Smart-City-Indizes für das Jahr 2020 herausgegeben. Dieser bitkom-Index soll ein Ranking aller 81 deutschen Großstädte im Themenfeld „Smart City“ darstellen. In der Ausgabe 2019 wurde Münster noch im soliden Mittelfeld auf Platz 27 gelistet. In der aktuellen Ausgabe konnte sich die Stadt nun deutlich um 13 Plätze auf Platz 14 verbessern.

Die Stadt Münster will sowohl mit Projekten an der Schnittstelle von Stadtentwicklung und Digitalisierung als auch mit digitalen Verwaltungsleistungen zu einer Smart City werden. Stadtbaurat Robin Denstorff begrüßt die Verbesserung im bitkom-Index: „Es zeigt sich, dass mit der im September 2019 erfolgten Einrichtung der Stabsstelle Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft der Stadtverwaltung, digitale Themen der Stadtentwicklung erfolgreich gebündelt und vorangetrieben wurden. Die gute Bewertung der bitkom ist für uns Bestätigung dieser Arbeit und Ansporn zugleich. Die Digitalisierung muss nicht nur aktiv genutzt, sondern zielgerichtet gestaltet und gesteuert werden.“

Der Smart City Index der Bitkom research analysiert und bewertet alle deutschen Städte ab 100.000 Einwohnern in den fünf Kategorien Verwaltung, IT-Infrastruktur, Energie/Umwelt, Mobilität und Gesellschaft. Die bitkom untersuchte für jede Stadt 136 Parameter– von Online-Bürger-Services über Sharing-Angebote für Mobilität und intelligente Ampelanlagen bis hin zur Breitbandverfügbarkeit. In fast allen Bereichen konnte sich Münster deutlich verbessern. In den Kategorien „Verwaltung“, „Energie und Umwelt“ sowie „Gesellschaft“ erreichte Münster sogar einen Platz in der Top 10.

Auch Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City, freut sich: „Der Weg, den wir eingeschlagen haben, um Münster zur Smart City zu machen, hat sich schon jetzt als richtig erwiesen. Das Smart-City-Verständnis der bitkom ist allerdings stark vom technisch Möglichen geprägt. Durch die intensive Einbindung der Smart City Münster in den Zukunftsprozess „Münster Zukünfte 20|30|50“ haben wir über das Technische hinaus noch viele weitere Themenfelder im Blick. Wichtig ist und bleibt: Der Mensch steht im Mittelpunkt, und Smart City ist Teil einer integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung.“ Zu den aktuellen Projekten zählen zum Beispiel das sensorunterstützte Aaseemonitoring oder die Grüne-Welle-Ampel „Leezenflow“. Im kommenden Winter startet das Projekt Thermografiebefliegung.

Der für IT und digitale Verwaltung zuständige Stadtrat Wolfgang Heuer ergänzt: „In einer Smart City erwarten die Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich auch eine digital aufgestellte Verwaltung und entsprechende Services. Elektronische Antragsbearbeitung, digitale Akten und mobile Arbeitsformen sind Eckpunkte der eingeleiteten Veränderungen.“

Stefan Schoenfelder, Betriebsleiter des städtischen IT-Dienstleisters citeq, fügt hinzu: „Besonders freuen mich die großen Fortschritte im Bewertungsbereich Verwaltung, bei der sowohl die städtischen Onlinedienste als auch die Qualität der verwaltungsinternen Prozesse bewertet wurden. Anerkannt wurden aber auch unsere Fortschritte beim städtischen Glasfaserausbau, beim Öffentlichen WLAN und auch im Bereich des OpenData.“ 

Die gute Platzierung ist Ansporn für die Stadt, die Smart City Münster weiter voranzutreiben – in enger Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern wie zum Beispiel den Stadtwerken Münster. Die Ergebnisse des bitkom-Indexes sollen nun differenziert ausgewertet werden, um Verbesserungspotentiale zu erkennen.

Um den Münsterschen Ansatz auch langfristig zu etablieren, entwickelt die Stabsstelle Smart City derzeit eine städtische Smart-City-Strategie. In dieser Strategie werden Leitplanken wie z.B. Gemeinwohlorientierung oder Nachhaltigkeit festgehalten. So will die Stadt sicherstellen, dass die Smart City Münster auch in Zukunft innovativ, nachhaltig und kollaborativ gestaltet wird.